DIVI-Register

Meldung von Intensivbetten jetzt Pflicht

Die deutschen Krankenhäuser mit Intensivstationen müssen nun täglich ihre Bettenkapazitäten an das DIVI-Intensivregister melden.

Veröffentlicht:
Kliniken müssen ihre Kapazitäten ab sofort an das DIVI-Intensivregister melden.

Kliniken müssen ihre Kapazitäten ab sofort an das DIVI-Intensivregister melden.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Berlin. Ab sofort sind alle Kliniken mit Intensivstationen verpflichtet, jeden Tag ihre Bettenkapazitäten an das DIVI-Intensivregister zu melden. Die Meldung muss bis neun Uhr erfolgen. Wöchentlich müssen die Kliniken zudem ihre Datenmeldungen gegenüber den jeweiligen Landesbehörden dokumentieren.

„Schon in den vergangenen Tagen haben sich rund 1000 Kliniken gemeldet und überwiegend täglich Daten aktualisiert“, sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Uwe Janssens. Die Meldepflicht sei ein wichtiger Baustein, um tagesaktuell valide Daten für das gesamte Bundesgebiet zu erhalten. An den Registerdaten könnten sich auch politische Entscheidungsträger künftig orientieren.

Lesen sie auch

Mögliche Neuaufnahmen pro Tag einschätzen

Die Kliniken müssen zum Beispiel Informationen über die Zahl der bereits belegten Betten sowie über die Zahl der insgesamt belegbaren Betten liefern und einschätzen, wie viele Neuaufnahmen in den kommenden 24 Stunden möglich wären. Darüber hinaus werden auch die Kapazitäten an nicht-invasiven und invasiven Beatmungsmöglichkeiten abgefragt. Auch vorhandene Plätze zur zusätzlichen extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) werden in dem Register erfasst.

Um ein vollständiges Bild zu erhalten, müssen Krankenhäuser einmalig die Zahl ihrer Intensivbetten mit Stand vom 1. Januar dieses Jahres angeben. Informieren müssen die Krankenhäuser auch über die Zahl der Patienten mit einer COVID-19-Infektion, die intensivmedizinisch behandelt werden, beatmet werden oder die in diesem Jahr aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Laut Janssens ist das Register weltweit einmalig. „Die internationale Resonanz ist außerordentlich“, so der DIVI-Präsident.

Lockerung: Politikern Werkzeuge an die Hand geben

Die DIVI arbeite schon jetzt an der Weiterentwicklung des Registers, sagt der Sprecher der DIVI-Sektion „Lunge – Respiratorisches Versagen“, Professor Christian Karagiannidis. „Unser nächstes großes Etappenziel ist das Bereitstellen von validen Prognosemodellen für die gesamte Bundesrepublik.“

Anhand dieser Modelle könne die Auslastung von Intensivstationen sowie die Entwicklung von intensivmedizinischen COVID-19-Behandlungen für einige Wochen vorausgesagt werden, so Karagiannidis.

Ziel sei es, diese Prognosemodelle auf Basis der Registerdaten sowie bekannter Inkubationszeiten und der Dauer notwendiger Beatmungen bis Ende April zur Verfügung zu stellen. Auch entwickeln die Experten nach eigenen Angaben derzeit Kartenmodelle, aus denen sich die exakte Situation in einzelnen Landkreisen ablesen ließen.

Dies sei wichtig, um den Politikern ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie entscheiden können, ob die derzeit geltenden Beschränkungen gelockert werden könnten oder beibehalten werden müssten, sagt Karagiannidis. (chb)

Lesen sie auch
Mehr zum Thema

ADRED-Studie

Überraschendes zur Notaufnahme bei COPD

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Das alte Muster 1 wird in die Einzelteile zerlegt und digitalisiert. Heraus kommt ein Stylesheet, das ganz ähnlich aussieht – aber mit Barcode.

© mpix-foto / stock.adobe.com

Praxis-EDV

So funktioniert die eAU auch ohne TI

„ADHS-Patienten haben eine besondere Wahrnehmung für die Befindlichkeiten ihres Gegenüber“, erläutert Dr. Heiner Lachenmeier. Und das sei eine Eigenschaft, die auch bei Psychiatern und Psychologen von Berufs wegen stark ausgeprägt ist.

© S.Kobold / stock.adobe.com

Ratgeber für die Praxis

Wie Ärzte mit ADHS erfolgreich im Beruf sein können