Arbeitsplatz

Mitarbeitergesundheit in den Fokus rücken

In Kiel diskutierten Experten über Gesundheit und Prävention am Arbeitsplatz. Konsens: Mitarbeiter müssen besser geschult werden.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

KIEL. Vom Präventionsgesetz erhofft sich die Bundesregierung positive Effekte auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung und -vorsorge. In den Betrieben aber kämpfen Arbeitgeber und Beschäftigte mit Problemen, die auch vom Gesetzgeber nur schwer zu lösen sind. Deutlich wurde dies in einer Expertenrunde auf dem Kieler Kongress "Vernetzte Gesundheit" – allerdings ohne Beteiligung eines Arbeitsmediziners. Claudia Stiller-Wüsten vom Arbeitskreis "Offensive Gesund Pflegen" der Berliner Initiative "Neue Qualität der Arbeit" berichtete in Kiel von Medizintechnikgeräten, die perfekt auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind – für die Mitarbeiter der Krankenhäuser aber oft schwer bedienbar und manchmal sogar gefährlich sein können.

So infizierten sich nach ihren Angaben in einer Einrichtung zwei Mitarbeiter, weil sie die Medizintechnik nicht richtig bedienten. Wer trägt die Verantwortung?

Hersteller sehen in diesen Fällen die Klinikbetreiber in der Pflicht, besser zu schulen. Stiller-Wüst wünscht sich darüber hinaus, dass der Aspekt der Bedienbarkeit und Mitarbeitergesundheit bei der Beschaffung von Geräten stärker berücksichtigt wird. Fest steht für Ameos-Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener, dass über Mitarbeitergesundheit stärker kommuniziert werden sollte zwischen Unternehmen und Beschäftigten. Nur durch Kommunikation zu diesem Thema könne die Unternehmensleitung erfahren, was die Mitarbeiter belastet und von welchen Maßnahmen sie sich Entlastung erhoffen. Bei Befragungen von Mitarbeitern habe Ameos etwa erfahren, dass die Beschäftigten sich insbesondere durch die Ungewissheit in der Dienstplanung belastet fühlten.

Konsens herrschte unter den Experten, zu denen auch Vertreter des Arbeitsministeriums, von Präventionsverbänden und Krankenkassen zählten, dass neben den Betrieben auch der einzelne Arbeitnehmer nicht aus der Verantwortung für Gesundheitsförderung und –vorsorge entlassen werden darf.

Wie die in großen Klinikkonzernen schon erprobten Maßnahmen auch in Kleinbetrieben wie etwa Arztpraxen greifen könnten, blieb in der Runde offen. Christian Riep vom Lübecker Medizintechnikhersteller Dräger hält es für wichtig, dass die Leitungsebene als Vorbild agiert und entsprechende Maßnahmen anordnet und unterstützt: "Mitarbeitergesundheit ist Führungsaufgabe."

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