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Grippeimpfung im Nordwesten

Monopol durch Ausschreibung

Ein Rabattvertrag für Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen: Millionen GKV-Versicherte sind in der kommenden Grippesaison von einem einzigen Impfstoff-Hersteller abhängig.

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Ein Pieks für alle.

Ein Pieks für alle.

© Fredrik von Erichsen / dpa

KIEL/BAD SEGEBERG. Die Sanofi Pasteur MSD GmbH wird die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen in der kommenden Saison 2013/2014 mit Grippe-Impfstoff versorgen.

Der Hersteller setzte sich in einer europaweiten Ausschreibung durch und soll drei Millionen Impfdosen in den Norden und den Westen liefern.

In diesem Jahr hatte das Unternehmen Westfalen-Lippe beliefert. Kassen und Hersteller versicherten, in enger Abstimmung mit Ärzten und Apotheken zusammenarbeiten zu wollen.

Parallel dazu gab es allerdings wegen der Ausschreibung massive Kritik von Ärzteverbänden an den gesetzlichen Krankenkassen, für die die AOK Nordwest die Ausschreibung verantwortet.

Der Hausärzteverband Schleswig-Holstein und die Ärztegenossenschaft Nord hatten unmittelbar vor der Entscheidung noch die gesetzlichen Kassen aufgefordert, auf die Ausschreibung zu verzichten. Sie verwiesen auf die Folgen der Lieferengpässe im Herbst 2012.

Aufgrund dieser Lieferengpässe, so schätzt der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Hausärzteverbandes, Dr. Thomas Maurer, sind in der aktuellen Grippesaison deutlich weniger Patienten geimpft worden. Als Folge dessen seien nun die Praxen derzeit voll sind mit Patienten, die unter einer Grippe leiden.

Gegen die Krankenkassen fährt Dr. Klaus Bittmann von der Ärztegenossenschaft schwere Geschütze auf: In dieser Grippesaison hätten die Kassen "zweimal gespart": zunächst mit rabattiertem Impfstoff, dann durch weniger verimpfte Dosen.

"Dass jetzt vermehrt Patienten mit Grippe in den Arztpraxen sind, kostet die Krankenkassen nicht mehr, denn die ärztlichen Leistungen werden über die Gesamtvergütung als Ganzes durch die Krankenkassen bezahlt und für die Behandlung der Grippekranken fließt kein zusätzliches Geld", sagte Bittmann. (di)

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