Kommentar

Navigator ins Nirwana?

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

Nicht erst seit gestern führt die KBV bewegte Klage über den vertragspolitischen Nihilismus des GKV-Spitzenverbandes. Der Verlauf der aktuellen Honorarverhandlungen ist Beleg dafür, dass das Kassenmonopol Interessenpolitik auf der Basis eines Minimalkonsenses betreibt: Finanzreserven zu schonen, um Zusatzbeiträge zu verhindern.

Die logische Konsequenz für die KBV ist daher, wie ihr Chef Andreas Köhler am Freitag im Interview der "Ärzte Zeitung" bekräftigt hat, die Idee eines vertragspolitischen Wettbewerbs wiederzubeleben und Beziehungen zu den Einzelkassen aufzunehmen.

Das erfordert zwei Voraussetzungen: den Willen des Gesetzgebers, den "SpiBu" zugunsten der Einzelkassen zu entmachten und die Bereitschaft dieser Kassen, mehr Gestaltungsmacht und -verantwortung zu übernehmen.

Doch just in diesem Moment startet die KBV einen Kassen-Navigator, der sich eben nicht gegen den "SpiBu", sondern die Einzelkassen wendet, indem deren Schwächen der Öffentlichkeit vorgeführt werden sollen.

Ist es klug, potenzielle Vertragspartner derart vor den Kopf zu stoßen? Zerschlägt hier nicht der Elefant das Porzellan, noch bevor es noch im Laden steht?

Lesen Sie dazu auch: KBV-Chef im Interview: "Das werden wir nicht durchhalten" KBV-VV: Köhler präsentiert Sieben-Punkte-Katalog

Mehr zum Thema

Städte und Landkreise

Das lokale Corona-Infektionsgeschehen im Vergleich

Versorgungssicherung

KV Nordrhein öffnet Strukturfonds für weitere Disziplinen

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Bei aggressiven Patienten hilft nur Deeskalation: Dabei sollten die MFA ruhig, aber bestimmt Grenzen setzen.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Tipps

Die richtige Kommunikation mit schwierigen Patienten

Die Gesundheitsministerkonferenz will mehr Gelegenheiten für das Corona-Impfen schaffen – so auch in Apotheken.

© ABDA

GMK-Beschluss

Gesundheitsminister wollen Corona-Impfungen in Apotheken