Direkt zum Inhaltsbereich

COVID-19-Pandemie

Neue Corona-Testverordnung ab Dezember

Die überarbeitete Corona-Testverordnung bringt neun Euro je Antigen-Schnelltest und beendet die Erstattung für Rückkehrer aus Risikogebieten.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Ein Schild weist auf ein Corona-Testzentrum hin. Neue Regelungen sollen zum 1. Dezember kommen.

Ein Schild weist auf ein Corona-Testzentrum hin. Neue Regelungen sollen zum 1. Dezember kommen.

© Harald Tittel / dpa

Berlin. Die jüngste Corona-Testverordnung ist noch keine zwei Monate alt, da rückt schon die nächste Version in Sichtweite. Das Bundesgesundheitsministerium hat jetzt den Entwurf einer weiteren „Coronavirus-Testverordnung“ vorgelegt, die zum 1. Dezember in Kraft treten soll. Die wichtigsten Änderungen:

  • Testungen asymptomatischer Reiserückkehrer aus Ländern, die das Robert Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft hat, werden ab dem kommenden Monat nicht mehr erstattet.
  • Die Sachkostenpauschale für Point of Care (PoC) Antigentests wird auf maximal neun Euro angehoben. Bisher wurden PoC-Antigentests nur mit höchstens sieben Euro je Test vergütet. An den sonstigen, labordiagnostischen Erstattungssätzen hat sich nichts geändert.
  • In der überarbeiteten Testverordnung erfolgt darüber hinaus eine Klarstellung, dass Personen, die sich infolge einer App-Warnung auf Kasse testen lassen wollen, keine gesonderte Feststellung ihrer Eigenschaft als „Kontaktpersonen“ durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst beibringen müssen. Bisher gelten Personen, die eine App-Warnung erhalten haben, zwar als „Kontaktpersonen“. Allerdings ließ und lässt sich aus der Tatsache, dass die App eine Warnung abgesetzt hat, noch kein Testanspruch ableiten. Der besteht bis dato erst, sobald ein Arzt oder der ÖGD die Feststellung treffen, dass jemand Kontaktperson ist, oder aber eine Überweisung durch den ÖGD vorliegt. In Paragraf 6 Absatz 2 Nummer 1 der neuen Verordnungsversion heißt es nun unmissverständlich, dass der Test-Anspruch immer dann besteht, wenn die zu testende Person von einem behandelnden Arzt eines Corona-Infizierten oder vom ÖGD „als Kontaktperson festgestellt wurde oder die zu testende Person in den letzten zehn Tagen durch die ‚Corona-Warn-App‘ des RKI eine Warnung erhalten hat“.
  • Der Kreis der Gesundheitseinrichtungen, in denen asymptomatische Mitarbeiter präventiv zu Lasten der GKV getestet werden können, wird um Tageskliniken und Rettungsdienste erweitert.
  • Zusätzlich sind zur Leistungserbringung und Abrechnung ab Dezember alle Arztpraxen zugelassen – also anders als bisher auch reine Privatpraxen.
  • Und: Auch Zahnärzte und Tierärzte dürfen demnächst die Labordiagnostik zum direkten oder indirekten SARS-CoV-2-Nachweis erbringen.
  • Vertragsärzte können sowohl die Sachkosten der PoC-Antigentests als auch die Pauschale für Gespräch, Probennahme, Befundmitteilung und Zeugnis (15 Euro) über den KV-Datentransfer (KVDT) elektronisch abrechnen. Auf diese Möglichkeit wird in Paragraf 7 Absatz 4 der neuen Corona-Testverordnung ausdrücklich hingewiesen.
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Das letzte Wort über die HzV ist noch nicht gesprochen

Klarstellung veröffentlicht

AOP-Katalog und Narkose-Leistungen: Wann die EBM-Abrechnung möglich ist

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Dr. Peter Schimmelpfennig 27.11.202008:07 Uhr

In der Verordnung fehlt nun noch der wichtigste Punkt: Das ausschließliche Verwenden eines validierten Tests, der für diagnostische Zwecke zugelassen ist. Frage: Warum ist seit dem Frühjahr keine Zeit gewesen, den Test zu validieren?

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Bewusster Verzicht

Was bringt Fasten bei Schmerz?

Lesetipps
Darstellung des Herzpflasters auf einem Herzen.

© Universitätsmedizin Göttingen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Bus, der in Richtung Rauchfreiheit fährt.

© Thomas Reimer / stock.adobe.com

Zum Weltnichtrauchertag

Wie Sie Ihre Patienten beim Rauchstopp unterstützen können