Neuer IV-Vertrag - dann aber nur passgenau

Nach dem Auslaufen der Anschubfinanzierung haben nur noch wenige Kassen neue Integrationsverträge geschlossen. Ihre Chancen liegen in mehr Wirtschaftlichkeit, besserer Versorgung und einem Plus beim Image.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Bei der Integrationsversorgung sollte für Patienten bei der Behandlung zwischen den Sektoren ein Teil genau zum anderen passen.

Bei der Integrationsversorgung sollte für Patienten bei der Behandlung zwischen den Sektoren ein Teil genau zum anderen passen.

© Aleksandrovich / fotolia.de

HAMBURG. Die Integrierte Versorgung führt derzeit ein Schattendasein - so der Eindruck vieler Beobachter im Gesundheitswesen. Tatsächlich aber steigt bei manchen Kassen die Zahl der eingeschriebenen Patienten und teilnehmenden Ärzte. "Bei uns haben die Zahlen kontinuierlich zugenommen", sagte Cornelia Prüfer-Storcks von der AOK Rheinland/Hamburg auf dem sechsten Hamburger Symposium zur integrierten Versorgung. Nach ihren Angaben sind derzeit in den verschiedenen IV-Verträgen der länderübergreifenden Kasse 43 596 Patienten eingeschrieben. 4211 Ärzte beteiligen sich.

Vor sechs Jahren - damals erhielt die integrierte Versorgung einen Schub durch die dann 2008 ausgelaufene Anschubfinanzierung - waren es noch 744 Ärzte sowie 1427 Patienten. Prüfer-Storcks machte deutlich, dass ein Engagement in der integrierten Versorgung für Kassen auch ohne Anschubfinanzierung sinnvoll sein kann. Wichtigste Ziele seien außer einer qualitativ höheren Versorgung mehr Wirtschaftlichkeit und ein verbessertes Image.

Dies entsteht für Kassen durch Engagement in ausgewählten Bereichen wie Onkologie, Kindergesundheit und Schwangerenversorgung. In Versorgungsbereichen wie etwa der seelischen Gesundheit sieht Prüfer-Storcks ein Beispiel für eine qualitativ bessere Versorgung durch IV. Verträge nach Paragraf 140 SGB V für Diabetespatienten dagegen konnten die Wirtschaftlichkeit der Versorgung erhöhen. Nur im Idealfall gelängen Versorgungsverträge in der Schnittmenge aller drei Ziele.

Auch Leistungserbringer berücksichtigen Image- und Marketinggründe bei der Etablierung von IV-Modellen, genauso wie die Möglichkeit, sich besser am Markt positionieren zu können. Allerdings ist Voraussetzung dafür ein dauerhaftes Engagement, wie Günter Zwilling, kaufmännischer Direktor der Kölner Uniklinik und Cord Meyer, Hauptgeschäftsführer des Hamburger Albertinen-Krankenhauses, auf dem Symposium betonten. Eine weitere unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiche Integrationsmodelle ist nach Angaben von Meyer Augenhöhe zwischen allen Vertragsbeteiligten in der IV-Versorgung.

Lesen Sie dazu auch: Integrierte Versorgung: Hoffnungsträger oder große Illusion?

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps