Berufspolitik

Niedersachsen kontrolliert, ob Kinder zur Vorsorge kommen

Eltern erhalten verbindliche Aufforderung, ihre Kinder zur U-Untersuchung zu bringen.

Von Christian BenekerChristian Beneker Veröffentlicht:

HANNOVER. Am 1. April 2010 startet in Niedersachsen das Einladewesen zu den Früherkennungsuntersuchungen U5 bis U8 für Kinder.

"Die regelmäßigen Untersuchungen helfen, vor allem Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU). Zukünftig werden rund 320 000 Kinder jährlich vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie (LS) zu den U-Untersuchungen eingeladen. Nach der Untersuchung wird sie vom untersuchenden Arzt dem LS bestätigt. "Die Einladungen haben einen verbindlichen Charakter und werden auch Problemfamilien erreichen. Wir werden mehr Kinder in den Früherkennungsuntersuchungen haben und gesundheitliche Risiken auch derjenigen erkennen, die sonst nicht in den Praxen erschienen wären", erklärte Dr. Gisbert Voigt, Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und Kinderarzt in Melle.

Eltern, die mit ihren Kindern nicht zur Untersuchung erscheinen, werden zunächst erinnert, die Untersuchung nachzuholen. Wenn sie dennoch die Untersuchung nicht wahrnehmen, informiert das LS die örtlich zuständige Kinder- und Jugendhilfe. "Die Kommune prüft dann im Einzelfall, ob sie sich im Sinne des Kindeswohls einschaltet", hieß es.

Das Verfahren haben das Gesundheitsministerium, die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), die Berufsverbände der Kinderärzte und der Hausärzte sowie die Beauftragten des Landes für den Datenschutz miteinander abgestimmt, hieß es. Alle niedergelassenen Kinderärzte und Hausärzte in Niedersachsen sollen in den kommenden Tagen außerdem ein umfassendes Infopaket des Landes erhalten. "Gemeinsam mit der Ärztekammer und den Berufsverbänden der Kinderärzte und Hausärzte haben wir den Weg für den reibungslosen Start geebnet", sagte Ross-Luttmann.

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