Ambulante Versorgung

Pflege-Engpass in der Hauptstadt

Menschen mit Pflegegrad I haben in Berlin Probleme, Hilfe zu finden.

Veröffentlicht: 03.07.2018, 08:47 Uhr

BERLIN. In Berlin wird es immer schwieriger, einen ambulanten Pflegedienst zu finden. Das geht aus der Antwort der Gesundheitssenatsverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Fadime Topaç hervor.

Zwar liegen der Verwaltung keine Informationen über die ambulante pflegerische Versorgung zulasten der Krankenkassen vor. Auch über die Probleme von Krankenhäusern, eine Anschlusspflege zu organisieren, kann sie keine Aussagen treffen. Doch laut Gesundheitssenatsverwaltung schildern Bezirksämter und Pflegestützpunkte, dass es zunehmend schwieriger werde, einen Pflegedienst für die ambulante pflegerische Versorgung zu finden.

Nichtversorgungssituationen sind den Angaben zufolge im Bereich der Pflegeversicherung nach SGB XI bisher zwar nicht bekannt. "Es scheint aber so zu sein, dass insbesondere Menschen mit Pflegegrad 1 und Anspruch auf Entlastungsleistungen öfter keine Pflegedienste finden, die für diese kleinen Aufträge (haushaltsnahe Dienstleistungen) zur Verfügung stehen", teilte die Gesundheitssenatsverwaltung mit.

Abhilfe will die Gesundheitssenatsverwaltung mit verschiedenen Maßnahmen schaffen. Als "wichtiges Signal für den Stellenwert der ambulanten Pflege" betrachtet sie die kürzlich vereinbarten Entgeltsteigerungen um sechs Prozent für die Pflegedienste.

Im Rahmen des Paktes für die Pflege setzt sie außerdem auf die Weiterentwicklung der 36 Berliner Pflegestützpunkte, die Förderung der zwölf Kontaktstellen Pflege-Engagement in der Hauptstadt und die Stärkung der Angebote zur Unterstützung im Alltag. Das Land Berlin fördert diese Angebote in diesem und nächstem Jahr den Angaben zufolge mit jeweils 1,68 Millionen Euro und hat seit 2017 auch haushaltsnahe Dienstleistungen durch gewerbliche Anbieter dafür zugelassen.

Derzeit gibt es in der Hauptstadt laut Gesundheitssenatsverwaltung 636 ambulante Pflegedienste. Das sind 51 mehr als Ende 2015. Damals waren bei den 585 Pflegediensten in Berlin insgesamt 18 229 Pflegekräfte beschäftigt, davon jedoch 7268 ohne Fachabschluss. Das entspricht einer Fachkraftquote von 60 Prozent. (ami)

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