Kongress

Pflege ist bei der Qualitätsmessung bisher ein Stiefkind

Der Kongress Pflege in Berlin widmet sich Ende Januar Fragen der Qualitätsmessung in Krankenhäusern.

Veröffentlicht: 03.12.2014, 11:00 Uhr

BERLIN. Krankenhäuser und Patienten benötigen mehr Informationen zur Qualität der pflegerischen Leistungen. Dafür müssen mehr Qualitätsindikatoren entwickelt werden.

Das fordert Karen Pottkämper, Leiterin des Bereichs Gesundheitspolitik am AQUA-Institut, dem unabhängigen "Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen".

"Gerade in Zeiten von Fallpauschalen und Pflegepersonalabbau sollte besonders auf die Qualitätssicherung geachtet werden", betont die Pflegewissenschaftlerin.

Das sieht offensichtlich auch die Bundesregierung so und hat eine Qualitätsoffensive im Gesundheitswesen angekündigt.

Qualität in der Pflege bestimmen, sichern und umsetzen - mit diesem Programmpunkt beginnt der Kongress Pflege 2015, der am 30. und 31. Januar 2015 in Berlin das neue Pflegejahr eröffnen wird. Veranstalter ist der Verlag Springer Medizin, der den Kongress zum 20. Mal in Folge ausrichtet.

Im Unterschied zu ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen werden Krankenhäuser nicht extern geprüft, sondern sie geben ihre Qualität anhand bestimmter Indikatoren selber an.

Außerdem sind die Expertenstandards nur für die Altenpflege rechtlich verbindlich, nicht aber für die Krankenhäuser. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses entwickelt das AQUA-Institut Indikatoren auch für Krankenhäuser, um die Qualität zu messen und darzustellen.

Das Institut hat knapp 300 empfohlen, die in den jährlichen Qualitätsberichten der Kliniken auftauchen müssen. "Relativ viele Häuser - 259 von bundesweit rund 2000 Kliniken - waren vergangenes Jahr rechnerisch auffällig.

Davon haben 44 Häuser beim Qualitätssicherungsverfahren Dekubitusprophylaxe bestimmte Standards unterschritten", berichtet Pottkämper.

Pflege spiele bei der Qualitätsmessung bisher eine untergeordnete Rolle, so Pottkämper.

So sind zurzeit gerade einmal zwei Bereiche für explizite Pflegeindikatoren im Gespräch. "Für die Dekubitusprophylaxe gibt es seit Jahren ein Qualitätssicherungsverfahren und für das Entlassungsmanagement wird ein Konzept erarbeitet, das prüft, ob hier ein QS-Verfahren entwickelt werden kann."

Der angestrebten Entbürokratisierung wird dabei Rechnung getragen: "Das Verfahren der Dekubituserfassung haben wir sehr vereinfacht", so die Pflegewissenschaftlerin. "Dabei sind über eine Million Datensätze weggefallen."

Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in den Grenzen des rechtlich Zulässigen - auch das wird ein Thema auf dem Kongress sein, der den in der Branche etablierten Pflege-Recht-Tag integriert. Erwartet werden etwa 1000 Teilnehmer. (eb)

Weitere Informationen zum Kongress:

Andrea Tauchert, Tel. 030/82787-5510, E-Mail: andrea.tauchert@springer.com, www.heilberufe-kongresse.de

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