Gemeinsamer Vorschlag

Pflegearbeitgeber und Gewerkschaften legen Empfehlung zur Corona-Sonderprämie vor

Gestaffelte Prämien für Pflegeprofis, Reinigungskräfte und Azubis: Arbeitgeber und Arbeitnehmer legen Empfehlungen für die geplante Corona-Prämie vor. Für die Refinanzierung soll der Beitrags- und Steuerzahler aufkommen.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
Prämie für die Pflege: Arbeitgeber und Arbeitnehmer legen Empfehlungen vor.

Prämie für die Pflege: Arbeitgeber und Arbeitnehmer legen Empfehlungen vor.

© dpa

Berlin. Im Streit um die Ausgestaltung der Corona-Sonderprämie in der Altenpflege haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter auf einen gemeinsamen Vorschlag verständigt. Danach soll es unterschiedlich hohe Prämien geben.

Eine einmalige, steuerfreie Prämie von 1500 Euro sollen Beschäftigte erhalten, die hauptsächlich in der pflegerischen Betreuung arbeiten. Dazu gehören unter anderem Pflegefach- und Pflegehilfskräfte, wie aus einem der „Ärzte Zeitung“ vorliegenden Papier zu „Arbeitsergebnissen der Mitglieder der vormaligen vierten Pflegekommission“ hervorgeht.

1000 Euro für Beschäftigte in der Verwaltung

Beschäftigte in der Verwaltung, Haustechnik, Küche oder Reinigung sollen einen Bonus von 1000 Euro bekommen. Voraussetzung ist, dass die Beschäftigten mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit in „direkter Arbeit“ mit Pflegebedürftigen verbringen. Eine Prämie von 500 Euro sollen alle sonstigen Arbeitnehmer in Pflegeeinrichtungen erhalten.

Belohnt werden soll auch das Engagement von Pflegeauszubildenden in der Corona-Krise: Sie sollen einmalig 900 Euro ausgezahlt bekommen. Für alle gilt: Sie müssen in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2020 mindestens drei Monate in den Einrichtungen tätig gewesen sein. Ausgezahlt werden sollen die Prämien mit dem Gehalt für den Monat Juli 2020 – „sofern die Liquidität sichergestellt“ sei. Die letzte Auszahlung einer Prämie soll im Dezember 2020 erfolgen.

Refinanzierung ohne die Einrichtungen

Zur Frage der Refinanzierung der Prämien heißt es: „Eine alleinige Finanzierung aus Mitteln der Pflegeversicherung wird vor dem Hintergrund der Anerkennung für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe abgelehnt.“ Die Kosten der Prämie dürften nicht den Einrichtungen und Pflegediensten auferlegt werden. Deren Liquidität sei durch die Pandemie beansprucht und lasse ein „Vorstrecken der Prämienzahlung nicht zu“.

Lesen sie auch

Auch eine höhere Eigenbeteiligung der Pflegebedürftigen sei nicht „vertretbar“. De facto läuft der Vorschlag demnach auf eine Mischfinanzierung über Beitrags- und Steuermittel hinaus.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen ihr Konzept an diesem Mittwoch dem Bundesgesundheits- und dem Bundesarbeitsministerium übermitteln. „Wir haben einen Weg aufgezeigt, wie die Prämie, die wir alle wollen, rechtssicher ausgestaltet an die Beschäftigten in der Pflege ausgezahlt werden kann“, sagte der Arbeitgeberpräsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und Mitglied der Expertenrunde, Rainer Brüderle, am Mittwoch.

bpa sieht praktikable Lösung

bpa-Präsident Bernd Meurer betonte, mit der vorgelegten Empfehlung sei die Refinanzierung der Prämie gesichert und eine praktikable Umsetzung gewährleistet. „Deshalb kann ich Bund und Länder nur aufrufen, den Vorschlägen der Fachleute von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zu folgen.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor betont, sein Ziel sei eine Mischfinanzierung der Sonderprämie aus Beitrags-, Steuer- und Arbeitgebermitteln. Alle Berufsgruppen in der Altenpflege seien „in den Blick zu nehmen“ und zu belohnen. Die Kassen lehnen eine einseitige Refinanzierung aus Beitragsmitteln der Versicherten ab.

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sozialzweig unter Druck

Pflegeversicherung: PKV wünscht sich mehr Prävention und Beratung

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elektronische Patientenakte

KBV-Umfrage: Praxen setzen die ePA aktiv ein

Lesetipps
Älterer Mann fasst sich an die linke Brust, Herzschmerzen

© iammotos / stock.adobe.com

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Eine Frau fässt sich in den Hacken und verzieht das Gesicht.

© fizkes / Getty Images / iStock

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen