BMG-Zahlen

Pflegeunterstützung wird kaum genutzt

Wurde einst mit 20 .000 Anträgen pro Jahr gerechnet, sind es jetzt offenbar nicht einmal halb so viele.

Veröffentlicht:

Berlin. Das Pflegeunterstützungsgeld für Arbeitnehmer, die kurzfristig Angehörige pflegen müssen, wird deutlich weniger in Anspruch genommen, als erwartet. 2019 seien bei den Pflegekassen nur 9000 Anträge eingegangen, teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Funke Mediengruppe mit. In den Jahren davor seien es noch weniger gewesen. Die Bundesregierung war dem Bericht zufolge von mindestens 20.000 Anträgen pro Jahr ausgegangen.

Um die Pflege eines Angehörigen zu organisieren, können Arbeitnehmer bei einem kurzfristigen Pflegefall für zehn Tage zu Hause bleiben. In dieser Zeit haben sie Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld, eine Lohnersatzleistung, die von den Pflegekassen gezahlt wird. Wegen der Corona-Krise wird die Unterstützung nun bis Ende September sogar 20 Tage lang gewährt.

Leistung ist vielen nicht bekannt

Schon seit langem kritisieren Interessensvertretungen den hohen bürokratischen Aufwand. Das Pflegeunterstützungsgeld und die Auszeit vom Beruf müssten in einem Schritt eingeleitet werden können und auch über den September hinaus für 20 Tage gezahlt werden, verlangte Christian Pälmke vom Verein „Wir pflegen“.

Außerdem weise die Informationspolitik von Bundesregierung und Pflegekassen deutliche Mängel auf. „Die Leistung ist vielen Menschen nicht bekannt“, sagte Pälke den Funke-Zeitungen. (dpa)

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

© Viacheslav Yakobchuk / AdobeStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Springer Pflege

Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

Anzeige | Pfizer Pharma GmbH
COVID-19 in der Langzeitpflege

© Kzenon / stock.adobe.com

Springer Pflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

Anzeige | Pfizer Pharma GmbH
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ärger mit dem digitalen Rezept

E-Rezept: Wie die Probleme mit dem Feld Berufsbezeichnung gelöst werden sollen

Lesetipps
Unterschiedliche immuntherapeutische Ansätze beim Glioblastom werden derzeit in Studien untersucht. Ein Teilgebiet ist die Peptidvakzinierung, also die Impfung mit Tumorantigenen.

© Richman Photo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz und Immuntherapie

Neue Behandlungskonzepte beim Glioblastom

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Bei Krebspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren wird Ärztinnen und Ärzten geraten, vor Therapiebeginn auf den Medikationsplan zu schauen.

© Przemek Klos / stock.adobe.com

Appell beim DKK 2024

Bei älteren Menschen mit Krebs: Medikamentencheck vor Therapiebeginn!

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Bei höhergradigen irAE der CPI-Therapie (Grad ≥3) und bei steroidrefraktären Nebenwirkungen wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit empfohlen. (Symbolbild)

© molekuul.be / stock.adobe.com

Immuntherapie

Immunabhängige Nebenwirkungen – der Preis der Checkpoint-Blockade

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe