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Gröhe kündigt an

"Pille danach" bald rezeptfrei zu haben

Veröffentlicht:

BERLIN. Die "Pille danach" wird bald auch in deutschen Apotheken rezeptfrei zu bekommen sein.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will nach der Freigabe durch die EU-Kommission schnell eine nationale Regelung erarbeiten.

"Wir werden der Entscheidung der Kommission folgen und das deutsche Recht für beide Präparate, die derzeit auf dem Markt sind, schnellstmöglich anpassen", ließ Gröhe am Donnerstag erklären.

Am Mittwoch hatte Brüssel auf Empfehlung von Experten entschieden, dass die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Ulipristal in der gesamten EU ohne Rezept erhältlich sein soll.

Gröhe bekräftigte nun: "Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung für beide Präparate aus einer Hand sicherzustellen." (dpa)

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 09.01.201508:43 Uhr

Geht doch!

In der FAZ habe ich dazu bereits am 5.3.2014 unter der Überschrift
- "Pechpill"-Debatte - geschrieben:
"Alle approbierten Ärzte/-innen, egal welcher Fachrichtung, dürfen in Deutschland die „Pechpill“, wie sie auf „Nederlands“ heißt, Tag und Nacht rezeptieren. Die Berliner Politik hatte in der sich ereifernden Diskussion nur monatelang nicht begriffen, dass es zwei Varianten gibt:

• den selektive Progesteronrezeptor-Modulator mit 30 mg Ulipristalacetat (ellaOne®)
• das Präparat mit dem bezeichnenden Namen PiDaNa® mit 1,5 mg Levonorgestrel

Wenn man also über Rezeptfreiheit diskutiert, muss man b e i d e Präparate frei stellen. Und aus fachlich-sachlichen Gründen die Pille zur Empfängnisverhütung dazu. Denn es ist völlig unglaubwürdig, PiDaNa®, die mit 1,5 mg Wirksubstanz der Einmalgabe von 50 Minipillen “Microlut®” oder “28 mini®” entspricht, zu privilegieren, andere Niedrigdosierungen aber mit verpflichtenden Arztbesuchen zu belegen.
Warum sich in der FAZ so viele Männer (mich eingeschlossen) zu Wort melden?

In erster Linie ist doch mangelhaftes Interesse, Wissen und Mit-Verantwortlich-Sein männlicher Partner für Probleme um Verhütung, Fruchtbarkeit und ungewollter Schwangerschaft in allen möglichen Spielarten von Paar-Beziehungen zu beklagen? Hat hier vielleicht ein Umdenken stattgefunden? Für bessere informationelle Selbstbestimmung bei der “Pechpill” gehören neben Aufklärung, Sexualkunde, Bio-Unterricht, Sicherstellung ärztlicher 24-H-Erreichbarkeit, spezielle Kompetenz im Umgang mit Ratsuchenden, auch Empathie und weltanschauliche Toleranz dazu.

Die lassen Partei-Koalitionäre mit dem großen “C” und leider auch manche Ärzte, die unter der “Fuchtel” katholischer Krankenhausträger oder fundamentalistischer Ideologien stehen, schmerzlich vermissen. Ich selbst habe 10 Jahre wissenschaftlich und ärztlich im Essener LORE-AGNES-HAUS der ARBEITERWOHLFAHRT (AWO), einer Einrichtung für “Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität” gearbeitet."

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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