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Praxisalltag - für viele junge Ärzte ein Schock fürs Leben

Erst hochmotiviert, dann desillusioniert: Immer mehr junge Ärzte sind nach dem PJ so dermaßen geschockt vom Arbeitsalltag, dass sie ihren Kittel an den Nagel hängen. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

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BERLIN (bee). Immer mehr junge Mediziner erleben in der Weiterbildung einen Praxisschock. Das wurde beim Symposium der Bundesärztekammer "Perspektiven junger Ärzte in der Patientenversorgung" in Berlin deutlich.

Desillusioniert und frustriert: Hochmotivierte junge Medizinstudenten erleiden bereits nach dem PJ einen Praxisschock.

Desillusioniert und frustriert: Hochmotivierte junge Medizinstudenten erleiden bereits nach dem PJ einen Praxisschock.

© Gabriel Blaj / fotolia

Vor allem Arbeitsüberlastung, fehlende Anleitung und starre Hierarchie-Strukturen schrecken viele junge Ärzte in der Weiterbildung ab und führten häufig dazu, dass junge Mediziner später doch nicht in die Patientenversorgung gehen.

Offenbar hat selbst die Novellierung der Weiterbildungsordnung im Jahr 2003 nicht viel bewirkt.

Keine strukturierten Pläne für die Weiterbildung an vielen Kliniken

Denn bis heute gebe es an vielen Kliniken keine strukturierten Pläne für die Weiterbildung, beklagten Studenten und junge Fachärzte.

Zwar ist das Medizinstudium beliebt - für das Wintersemester 2011 kamen auf 105 Plätze an der Universität Greifswald rund 3000 Bewerber - aber viele zunächst hochmotivierte Medizinstudenten sind bereits nach dem Praktischen Jahr desillusioniert: hohe Arbeitsbelastung, unklare Aufgabenverteilung, keine strukturierten Lernpläne frustrieren den ärztlichen Nachwuchs.

Feedback-Runden könnten helfen

Helfen könnten hier zum Beispiel Feedback-Runden und Transparenz bei Entscheidungen, sagte Professor Thea Koch, Direktorin für Anästhesiologie am Uniklinikum Dresden.

"Hier müssen auch die Führungskräfte dazu lernen: Wir müssen unseren Mitarbeitern mehr Lob, Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen", sagte Koch.

"Wir wollen nicht als Arbeitstiere, sondern auch als Lernende gesehen werden", forderte Carolin Fleischmann von der Bundesvertretung der Medizinstudenten (bvmd).

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