Menschenrechte

Preis für Gründer von „Praxis ohne Grenzen“

Der Allgemeinarzt Dr. Uwe Denker wird am 5. Mai in Düsseldorf für sein Wirken geehrt.

Veröffentlicht: 01.05.2019, 07:00 Uhr

BAD SEGEBERG. Der Allgemeinmediziner Dr. Uwe Denker wird den Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf für die von ihm gegründete Praxis ohne Grenzen entgegennehmen. Die Preisübergabe findet am 5. Mai im Rahmen des fünften Menschenrechtskonzerts in der Düsseldorfer Tonhalle statt.

Denker hat die Praxis ohne Grenzen wie berichtet im Jahr 2010 gegründet. Seitdem sind in Schleswig-Holstein und in anderen Bundesländern weitere Praxen nach diesem Vorbild entstanden, die kostenlose medizinische Unterstützung für mittellose Patienten bieten. Allein in Schleswig-Holstein gibt es derzeit auch in Husum, Flensburg, Rendsburg, Preetz und Stockelsdorf Praxen ohne Grenzen, in denen Ärzte mittellose Menschen ehrenamtlich unterstützen.

Papiere muss dort niemand vorlegen, auch eine anonyme Behandlung ist möglich. Denker ist stets dafür eingetreten, dass dort Menschen jeder Nationalität ohne Diskriminierung und ohne Vorlage von „Armutszeugnissen“ behandelt werden. Bislang haben rund 500 Menschen allein die Praxis in Bad Segeberg aufgesucht und Hilfe erhalten. Allerdings berichtet Denker, dass immer wieder Menschen zu spät und mit verschleppten Krankheiten erscheinen.

Denker bemüht sich außerdem seit Jahren darum, dass Gesundheitspolitiker noch immer bestehende Lücken in der Krankenversicherung schließen. Viele Gesundheitspolitiker haben sich inzwischen bei ihm vor Ort über die Arbeit der Praxis informiert.

„Dr. Uwe Denker sieht in der Praxis ohne Grenzen ein soziales Pilotprojekt der Solidarität, tätigen Nächstenliebe und Barmherzigkeit. In der Praxis ohne Grenzen folgt die Behandlung dem Genfer Gelöbnis, dem modernen hippokratischen Eid und dem Bekenntnis der Vereinten Nationen, dass Gesundheit ein Menschenrecht ist“, begründete die Tonhalle Düsseldorf die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises.

Denker befindet sich damit in illustrer Gesellschaft. Bislang wurde der Preis an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ (2016), an das Flüchtlingscamp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos (2017) und an den amerikanischen Geschäftsmann und Philantropen George Soros verliehen. Soros ließ das Preisgeld im vergangenen Jahr einer Stiftung zukommen, die in Ungarn kunstpädagogische Projekte mit Kindern aus Roma-Familien durchführt. (di)

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