Positionspapier

Psychotherapeuten fordern mehr Geld für Aus- und Weiterbildung

Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung hat 16 Forderungen zur Bundestagswahl formuliert. Ein Schwerpunkt bildet der dringend benötigte Nachwuchs in Praxen und Kliniken.

Veröffentlicht:
Psychotherapeuten rufen zu weiteren Reformschritten nach der Bundestagswahl auf.

Psychotherapeuten rufen zu weiteren Reformschritten nach der Bundestagswahl auf.

© picture alliance / Zoonar

Berlin. Psychotherapeuten haben die Politik zu weiteren Reformschritten aufgerufen. „Priorität hat natürlich die Sicherung der Aus- und Weiterbildung“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Gebhard Hentschel, bei der Vorstellung eines Forderungskatalogs zur Bundestagswahl.

Die Verabschiedung der Reform der Psychotherapeutenausbildung im Jahr 2019 sei „ein Meilenstein“ im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung gewesen, heißt es darin unter anderem. Es seien aber Folgeänderungen nötig, damit die Umsetzung des Gesetzes gelingen könne.

Weitere Reformschritte nötig

Dazu gehört laut PsychotherapeutenVereinigung auch eine finanzielle Förderung von Weiterbildungsstätten. Aus den Behandlungsleistungen der Weiterbildungsteilnehmer allein könnten die Einrichtungen anfallende Betriebs- und Weiterbildungskosten nicht erwirtschaften. Dasselbe gelte für die Weiterbildung in den Praxen der niedergelassenen Psychotherapeuten.

Lesen sie auch

Im stationären Bereich wiederum sei die Personalausstattung zu verbessern. Kliniken für Psychiatrie und Psychosomatik verfügten aktuell über zu wenig Personal, um Patienten psychotherapeutisch so zu behandeln, wie es wissenschaftliche Leitlinien empfehlen würden, betont der DPtV.

„Psychische Erkrankungen ernst nehmen!“

Grundsätzlich seien die Parteien dazu aufgerufen, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen, schreibt die Vereinigung in ihrem Wahlpapier. Psychische Erkrankungen seien mittlerweile dritthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeitsfälle. Die Zahl der Ausfalltage durch Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Probleme habe sich in den Jahren 1998 bis 2018 von rund 27 Millionen auf knapp 112 Millionen vervierfacht. Außerdem seien psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für frühzeitige Berentung.

Eine „rechtzeitige“ ambulante Psychotherapie könne stationäre Behandlungen psychischer Erkrankungen verringern, betont die DPtV. Für die stationäre psychotherapeutische Versorgung hätten allein im Jahr 2015 knapp 24,9 Milliarden Euro und damit 13 Mal mehr aufgewendet werden müssen als für die ambulante. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Online-Umfrage

Sind Schwangere mit Vorerkrankungen in Deutschland gut versorgt?

Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht