Ethikrat

Regierung soll Klonverbot forcieren

Veröffentlicht:

BERLIN. Deutschland sollte auf ein internationales Verbot des Klonens zu Fortpflanzungszwecken hinwirken. Das hat der Deutsche Ethikrat in einer Stellungnahme empfohlen. Zwar verneint der Rat "dringenden gesetzgeberischen Handlungsbedarf", sieht aber "Klärungsbedarf" im Stammzell- und im Embryonenschutzgesetz.

Neue Verfahren der Stammzellforschung ließen erkennen, dass sich das reproduktive Klonen "dem Bereich des technisch Machbaren" annähere, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Papier. Hintergrund sind die Herstellung embryonaler Stammzellen nach somatischem Zellkerntransfer (SCNT) sowie der Ansatz der Bildung pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen).

Mit den dabei eingesetzten reprogrammierten Körperzellen und künstlich hergestellten Embryonen werde "die Grenze zwischen somatischen Zellen und Keimbahnzellen (...) technisch überschreitbar".

Nötig seien Klarstellungen im Embryonenschutz- und im Stammzellgesetz. So würden iPS-Zellen nicht vom Stammzellgesetz erfasst, da sie zwar pluripotent sind, nicht aber aus einem Embryo entnommen wurden. Beim Embryonenschutzgesetz ist strittig, ob das Klonierungsverbot auch Entitäten erfasst, die durch Zellkerntransfer oder tetraploide Komplementierung entstanden sind.

Der Ethikrat empfiehlt daher einheitliche und präzisere Legaldefinitionen des Embryos. Bislang differenziere nur der umfassendere Begriff im Stammzellgesetz nicht nach der Entstehungsart des Embryos. Auch der Begriff der Totipotenz müsse vor dem Hintergrund neuer Forschungsansätze präzisiert werden. (fst)

Mehr zum Thema

Am Mittwoch im Parlament

Drei Entwürfe zur Sterbehilfe in der Debatte

Altersdiskriminierung

Gesundheit für alle, nur nicht für die Älteren?

Wertvoll, aber bedenklich

Das moralische Dilemma mit dem Pernkopf-Atlas

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Wolfgang P. Bayerl

Wer oder was ist eigentlich dieser "Ethikrat", oder Ethik(3)rad? demokratisch gewählt? selbsternannt? ...

.. religiös? welche Religion?, politisch?, welche Partei?
Was sagt er denn beim Embryonenschutz der Abtreibung?
Die armen Embryos.

Immerhin könnte die Gentechnik "Transplantationsskandale" überflüssig machen,
samt der ganzen postoperativen Immunblockade gegen Transplantatabstoßung.
Allein für die vielen Nieren würde das sich schon (ökonomisch, Entschuldigung) lohnen.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wegen Corona arbeitet mittlerweile jeder Bundesbürger von zu Hause aus.

Arbeitswelt im Wandel

Wie Corona Arbeiten im Homeoffice beflügelt

Vor dem Start der elektronischen Patientenakte im Sommer gibt es noch reichlich Fragen.

ePA-Start am 1. Juli

Fragen und Antworten zur elektronischen Patientenakte