Bundestagswahlkampf

Rheuma-Liga: Corona-Schonfrist für Politik ist vorbei

Die Rheuma-Liga nimmt in ihren Hauptforderungen zur Bundestagswahl die kommende Regierung für die Belange der Rheumapatienten in die Pflicht.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Zur besseren Versorgung der Rheuma-Patienten in Deutschland fordert die Rheuma-Liga im Zuge des Bundestagswahlkampfes unter anderem mehr internistische Radiologen ein.

Zur besseren Versorgung der Rheuma-Patienten in Deutschland fordert die Rheuma-Liga im Zuge des Bundestagswahlkampfes unter anderem mehr internistische Radiologen ein.

© Arco Images / picture alliance

Bonn. Einen schnelleren Zugang zur fachärztlichen Behandlung und den Erhalt des Funktionstrainings für die Rheumapatienten – das sind die beiden Hauptforderungen der Rheuma-Liga zur Bundestagswahl 2021 an die Politik. „Menschen mit Rheuma bezahlen strukturelle Versorgungslücken oftmals mit vermeidbaren Gelenkschäden und Funktionseinschränkungen“, mahnt Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Rheuma-Liga, und kündigt an, das nicht weiter tatenlos hinzunehmen.

Mehr internistische Rheumatologen!

Deshalb wendet sich der Selbsthilfeverband zur Bundestagswahl 2021 mit einem Aktionsplan an die Politik. Eine der klaren Forderungen: Die Zahl der niedergelassenen Rheumatologinnen und Rheumatologen muss erhöht werden. „Entscheidend für den Verlauf der Erkrankung ist der schnelle Zugang zur spezialisierten Versorgung“, erklärt Schmale-Grede. „Eine frühe Therapie durch den Facharzt erhöht die Chancen, entzündlich-rheumatische Erkrankungen zum Stillstand zu bringen und schwere Krankheitsverläufe mit Folgeerkrankungen und Behinderungen zu vermeiden“, ergänzt sie.

Für eine optimale Versorgung der Patienten mit rheumatischen Erkrankungen wäre eine Rheumatologin oder ein Rheumatologe pro 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner notwendig, konstatiert die Rheuma-Liga. „Damit mehr Rheumatologinnen und Rheumatologen ausgebildet werden, müssen auch die Bedingungen an Hochschulen und in der Weiterbildung verbessert werden“, nennt Schmale-Grede als mögliche Maßnahme. „Vor allem muss die Zahl der internistisch-rheumatologischen Lehrstühle an den Universitäten erhöht werden und angehende Ärzte müssen schon im Studium mehr über Rheumatologie lernen“, benennt sie die Prioritäten aus Sicht der Rheumapatientinnen und Rheumapatienten in Deutschland.

Funktionstraining erhalten!

Mit Sorge blickt die Deutsche Rheuma-Liga aber nicht nur auf den Rheumatologenmangel, sondern auch auf die vermehrten und wieder drohenden Schließungen von Schwimmbädern und anderen Bewegungsräumen. Rund 19.000 Funktionstrainingskurse biete der Verband bundesweit an, davon 11.000 als Warmwassergymnastik. Doch dafür seien die Gruppen dringend auf Bäder und geeignete Räume angewiesen. „In der Corona-Pandemie ist noch einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig das Funktionstraining für Betroffene ist“, berichtet Schmale-Grede.

„Der Wegfall der Kurse bedeutete für viele Erkrankte große Schmerzen.“ Deshalb müsse die Politik sich dafür einsetzen, dass Bäder und Räume erhalten bleiben, damit Betroffene weiterhin das für sie lebenswichtige Funktionstraining durchführen können. „Menschen mit rheumatischen Erkrankungen sind dringend auf Veränderungen angewiesen“, appelliert Schmale-Grede nicht nur an gesundheitspolitische Ansprechpartner auf Landes- und Bundesebene.

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