Berlin

Runder Tisch für Versorgung von Gewaltopfern

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BERLIN. In Berlin hat ein Runder Tisch zur Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt die Arbeit aufgenommen. Eingerichtet hat ihn die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Sie setzt damit die WHO-Leitlinien zum Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt im Rahmen von Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik um.

„Häusliche und sexualisierte Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen“, so Kolat. Die Polizei erfasste nach Angaben der Gesundheitssenatsverwaltung im Jahr 2017 in Berlin 14.605 Opfer häuslicher Gewalt. In fast 10.000 Fällen ist der Täter der (Ex-)Partner; 80 Prozent der Opfer sind Frauen.

Registriert wurden in diesem Zusammenhang in der Hauptstadt 8183 Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung, 1566 Opfer gefährlicher und schwerer Körperverletzung und 430 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Kolat wies aber auch darauf hin, dass viele Übergriffe nicht gemeldet werden. „Die Folgen der Gewalt reichen von körperlichen und seelischen Verletzungen bis hin zu lebenslangen Beeinträchtigungen. In der Gesundheitsversorgung bestehen hervorragende Möglichkeiten, Betroffene frühzeitig zu erreichen und ihnen Hilfe und Unterstützung anzubieten“, so die Senatorin weiter.

Mit dem Runden Tisch will die Verwaltung alle Akteure miteinander ins Gespräch bringen: Kammern, Verbände, KV, Krankenkassen, Polizei, Feuerwehr, Arbeitsgemeinschaft bezirklicher Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die Senatskanzlei und die Senatsfamilienverwaltung. (ami)

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