70 Kilometer zum Corona-Impfzentrum

SARS-CoV-2: Der Norden feilt an seiner Impf-Infrastruktur

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein arbeiten an der Infrastruktur für die COVID-19-Impfungen, um die Wege für alte Menschen nicht zu weit werden zu lassen. Mobile Impfteams sind einstweilen keine Lösung.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Seegebiet um Eutin: 70 Kilometer Anfahrt müssen Einwohner auf der Insel Fehmarn derzeit in die Kreisstadt Eutin hinnehmen, um ein Impfzentrum aufsuchen zu können.

Seegebiet um Eutin: 70 Kilometer Anfahrt müssen Einwohner auf der Insel Fehmarn derzeit in die Kreisstadt Eutin hinnehmen, um ein Impfzentrum aufsuchen zu können.

© Robert Grahn / euroluftbild.de / picture alliance

Stralsund/Fehmarn. Der Nachschub mit Impfstoff stockt wegen eines Werkumbaus des Herstellers. Vor Ort wird unterdessen daran gearbeitet, die Infrastruktur zu optimieren, um künftig mehr Menschen impfen zu können.

Dies gilt auch für die beiden Bundesländer, die bislang die höchsten Impfquoten im Bundesvergleich aufweisen: Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In den beiden Flächenländern waren bislang die Entfernungen zu den Impfzentren für viele Menschen eine Herausforderung. Ein Beispiel ist der Landkreis Vorpommern-Rügen, wo es bislang nur ein Impfzentrum in der Kreisstadt Stralsund gab.

Ab 15. Februar will der Kreis vier weitere Impfzentren in Betrieb nehmen. Die weiteren Zentren werden in Ribnitz-Damgarten, Bad Sülze und Grimmen eingerichtet, zudem soll künftig auch auf der Insel Rügen ein Impfzentrum seine Arbeit aufnehmen.

Impfberechtigung kommt per Post

„Insbesondere für die Menschen, die jetzt als erstes geimpft werden können, sind lange Anfahrten oft problematisch. Das Impfzentrum in Stralsund konnte deswegen nur der Anfang sein. Da nun absehbar mehr Impfstoff zur Verfügung steht, können wir weitere Schritte umsetzen“, sagte Landrat Dr. Stefan Kerth.

Die Impfberechtigung soll mit der Post zugestellt werden, danach kann der Impftermin über eine Landeshotline telefonisch vereinbart werden. Neben den Impfzentren sollen die mobilen Teams weiter im Einsatz bleiben. Erfahrungen im Nachbarland Schleswig-Holstein zeigen, dass selbst eine hohe Zahl von Impf-Standorten nicht immer ausreicht, um allen Menschen einen wohnortnahen Impfzugang zu bieten.

Obwohl Schleswig-Holstein landesweit 29 Standorte startbereit hat, gibt es im Norden derzeit Regionen mit langen Anfahrtswegen. Dies gilt insbesondere für die Insel Fehmarn. Deren Bewohner finden das nächstgelegene, derzeit geöffnete Impfzentrum erst in der 70 Kilometer entfernten Kreisstadt Eutin. Ein auf halbem Weg liegendes Impfzentrum in Lensahn ist wegen der begrenzten Impfstoffmenge derzeit noch nicht geöffnet.

Landesweit sind 19 mobile Teams im Einsatz

Für manche Menschen mit höchster Priorität ist der derzeitige Anfahrtsweg kaum zu bewältigen. Die AWO auf Fehmarn bemüht sich derzeit um eine Sonderlösung für die jetzt impfberechtigten Menschen auf der Insel. Nach Auskunft des Ortsverbandsvorsitzenden Heinz Lange könnte zentral auf der Insel ein Standort eingerichtet werden, an dem ein mobiles Team zum Einsatz kommen könnte.

Schleswig-Holstein hat zwar 19 solche Teams landesweit im Einsatz, diese sind aber mit dem Impfen von Bewohnern der Pflegeeinrichtungen voll ausgelastet. Lange erwartet, dass mehr als 300 Inselbewohner mit der höchsten Priorität das von ihm favorisierte Angebot nutzen würden. Derzeit ist er mit dem Kieler Sozialministerium in Kontakt, ob eine Lösung realisierbar ist.

Die wartenden Impfwilligen sind nach seiner Schilderung verunsichert: „Sie wissen nicht, wie es weitergeht und haben Angst, dass sie sich anstecken, bevor sie geimpft werden können.“ Sollte diese Lösung nicht gelingen, arbeitet man auf Fehmarn und in anderen Regionen an gemeinschaftlich organisierten Fahrten in die Impfzentren.

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