Berufspolitik

Sachsen-Anhalt setzt auf Stipendien gegen Ärztemangel

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MAGDEBURG (dpa). Angesichts des Ärztemangels setzt Sachsen-Anhalts Gesundheitsminister Norbert Bischoff (SPD) große Hoffnung auf ein Stipendien-Modell für Medizin-Studenten in dem Bundesland. Die Studenten sollen eine finanzielle Unterstützung bekommen, wenn sie sich verpflichten, nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Zeit lang als Fachärzte auf dem Land zu praktizieren. Die Verpflichtung soll sich auf maximal drei Jahre erstrecken. "Ich verspreche mir viel davon", sagte Bischoff in Magdeburg. Ein Stipendium soll abhängig vom Studienjahr bis zu 700 Euro monatlich betragen.

"Ich hoffe, dass es Ende April, spätestens im Mai losgeht", sagte Bischoff. Dann könnten sich Studenten, die sich im 4. Studienjahr oder höher befinden, dafür bewerben. Das Sozialministerium sei noch dabei, die Richtlinien zu erarbeiten, berichtete Bischoff. Nach seiner Einschätzung wird das Projekt auf große Resonanz stoßen. "Der Bedarf ist da, es gibt schon Nachfragen. Ich gehe davon aus, dass eher zu wenig als zu viel Geld zur Verfügung steht." Die Hälfte der Ausgaben für das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt - 150 000 Euro pro Jahr - will das Land übernehmen. Den Rest teilen sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die AOK. Laut KV praktizieren derzeit in Sachsen-Anhalt 1461 Hausärzte, rund 250 solcher Mediziner fehlen. Nach Einschätzung Bischoffs wäre es wünschenswert, Stipendien mit anderen Vorhaben gegen Ärztemangel verknüpft werden. Dazu zählen Versorgungszentren auf dem Land, in denen Haus- und Fachärzte gemeinsam eine Praxis nutzen sollen. Mit dem Aufbau soll es ebenfalls in Kürze losgehen. "Wichtig ist es, jungen Ärzten Perspektiven zu eröffnen." Daher müssten die Rahmenbedingungen insgesamt stimmen, wozu auch Kommunen oder Vereine ihren Beitrag leisten könnten. 

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