Cannabis-Verordnung

Schmerzliga erzürnt über GKV-Vorbehalte

Die Schmerzliga warnt den GKV-Spitzenverband vor Restriktionen bei der Verordnung von Cannabis.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Die Deutsche Schmerzliga weist eine kritische Stellungnahme des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen mit Blick auf eine Kostenübernahme von Cannabis als Medizin entschieden zurück.

Ein Sprecher der GKV hatte in einem Gespräch mit der dpa die dauerhafte Kostenübernahme mit Verweis auf die fehlende Evidenz für die Anwendung von Cannabis als Medizin abgelehnt.

Diese Position sei ein Schlag ins Gesicht all der chronisch schwerkranken Menschen, denen durch die Änderung des Betäubungsmittelgesetzes zumindest der Zugang zu Cannabis als Medizin erleichtert und die Kostenübernahme gesichert werden soll, kritisierte der Präsident der Deutschen Schmerzliga, Privatdozent Michael Überall.

In einer aktuellen Mitteilung der Schmerzliga weist Überall darauf hin, dass viele Mitglieder des GKV-Spitzenverbandes regelhaft die Kosten für Homöopathika übernehmen. "Wenn es eine Therapieform gibt, für die es ganz sicher keinerlei wissenschaftliche Evidenz für eine nachgewiesene Wirkung gibt, dann ist es die Homöopathie", sagte er.

Im Vergleich dazu sei der Umfang der verfügbaren Evidenz für den Einsatz von Cannabis als Medizin geradezu spektakulär. Die Haltung der Kassen lasse für die anstehenden Antragstellungen auf Erstattung der Kosten für Cannabis als Medizin nichts wirklich Gutes erwarten. (eb)

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