Tag der Verhütung

So verhüten die Frauen weltweit

Zum Weltverhütungstag am 26. September wirft eine Analyse einen Blick unter die Decke in den Betten rund um den Globus – und bringt allerlei Erkenntnis zum Kontrazeptionsverhalten der 16- bis 49-jährigen Frauen ans Licht.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 26.09.2018, 07:22 Uhr
So verhüten die Frauen weltweit

Zur Empfängnisregelung stehen die verschiedensten Optionen bereit. Diese werden weltweit in unterschiedlichem Maße genutzt.

© JPC-PROD / stock.adobe.com

KÖLN. Nordkorea ist Weltklasse – zumindest in den Augen des Potentaten Kim Jong-un und in den Verlautbarungen der staatlichen Nachrichtenagentur Korean Central News Agency. Jetzt ist es tatsächlich amtlich: Nordkoreas Frauen sind Weltmeisterinnen – im Verhüten mit der Spirale. Der Grund: Kondome sind in dem Land rar und die Pille wurde erst Ende der 1990er Jahre zugelassen.

74 Prozent der Frauen in fester Beziehung zwischen 16 und 49 Jahren im nördlichen Teil des Landes der Morgenstille betreiben die Empfängnisregelung via Spirale – weltweit sind es 5,4 Prozent.

Anders als beim Herumgeeiere ihrer Premierministerin Theresa May mit der EU und dem Brexit geben die 16- bis 49-jährigen Britinnen in fester Beziehung ihrem (Verhandlungs-) Partner in Sachen Sex klar die Richtung vor: Ob hart oder sanft, die Angelegenheit soll nicht zu Mutterpflichten führen. Mit 92,6 Prozent der betreffenden Zielgruppe verhüten weltweit nirgends so viele Frauen wie in Großbritannien.

Die Details zum globalen, weiblichen Kontrazeptionsverhalten hat das Unternehmen Gedeon Richter anlässlich des Weltverhütungstages am 26. September im Rahmen einer aktuellen Datenanalyse zusammengetragen – Grundlage für die Untersuchung bilden nach eigenen Angaben die UN-Datenbank "World Contraceptive Use Worldwide 2018" sowie der für das Unternehmen eigens kreierte "Gedeon Richter Women's Wellbeing Index".

Deutschland weltweit auf Rang 4

Vor allem in West- und Nordeuropa legte die Zielgruppe der 16- bis 49-jährigen Frauen in fester Beziehung Wert auf die Familienplanung via Empfängnisregelung. Auf den Spitzenreiter Großbritannien folgen laut der Analyse von insgesamt 195 Staaten Dänemark (91,7 Prozent) und Norwegen (88,5 Prozent) vor Deutschland, das mit einer Verhütungsquote von 87 Prozent auf dem vierten Platz landet.

Europäisches Schlusslicht in diesem Ranking ist Montenegro auf Platz 154 mit 23,1 Prozent.

Werden nur große Erdteile beziehungsweise Regionen miteinander verglichen, dann weisen Lateinamerika und die Karibik mit 69,7 Prozent die höchste Verhütungsquote auf. Das Mittelfeld besetzen Europa (68,7 Prozent), Nordamerika (65,7 Prozent) und Asien (52,1 Prozent). Auf dem afrikanischen Kontinent verhüten dagegen nur 30,6 Prozent der analysierten Zielgruppe.

Sterilisation beliebteste Methode

Während die Deutschen Pille (35 Prozent) und Kondom (29 Prozent) bevorzugen, ist die weltweit am häufigsten angewandte Kontrazeptionsmethode die Sterilisation der Frau. Gut 16 Prozent der weiblichen Erdbevölkerung wenden diese nicht reversible Methode an. Auf den Plätzen 2 und 3 finden sich im weltweiten Vergleich die in Europa beliebtesten Kontrazeptionsmethoden Pille (8,9 Prozent) und Kondom (6,9 Prozent).

In Asien, Lateinamerika und Nordamerika ist die Sterilisation die beliebteste Verhütungsmethode. Den höchsten Verbreitungsgrad innerhalb Europas hat sie in Norwegen mit nur sieben Prozent. Die Spirale und die Dreimonatsspritze belegen im weltweiten Ranking der Verhütungsmethoden Platz 4 (5,4 Prozent) respektive Rang 5 (4,4 Prozent).

Auch der Coitus interruptus findet laut Analyse in einigen Ländern weiterhin Anwendung. Sowohl in Albanien (57,9 Prozent) als auch im EU-Mitgliedstaat Kroatien (47,6 Prozent) sowie in Serbien (35 Prozent) sei diese Methode am beliebtesten.

Das Kondom als eine von nur zwei Verhütungsoptionen für den Mann hat im weltweiten Ländervergleich mit 41,7 Prozent seine größte Verbreitung in Botswana. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Griechenland (33,9 Prozent) und Deutschland (29 Prozent).

Die Sterilisation des Mannes (Vasektomie) sei vor allem in Kanada (22 Prozent), Neuseeland (19,5 Prozent) sowie im Vereinigten Königreich (17,6 Prozent) verbreitet.

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