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Streik passt nicht in die Landschaft

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Zum zweiten Mal binnen weniger Jahre ist es der Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund gelungen, ihre Basis für einen Ausstand zu mobilisieren. Die ersten Streikaktionen an kommunalen Kliniken, die am Montag in Süddeutschland angelaufen sind, zeigen: Die Klinikärzte sind bereit, für ihre Forderungen ans Äußerste zu gehen.

Dennoch passt dieser Ärztestreik nicht in die Landschaft hinein. Schon heute steht vielen kommunalen Kliniken das Wasser bis zum Hals, Finanzspritzen hin oder her. Und die Situation wird noch schlimmer. So steuern die Kommunen als Träger der bestreikten Kliniken auf das größte Defizit in der Geschichte der Bundesrepublik zu. Laut Städtetag erwarten Bürgermeister und Landräte in diesem Jahr ein Finanzloch von 15 Milliarden Euro. Die Folgen sind jetzt schon heute überall sichtbar: Schwimmbäder machen zu, Straßen verkommen, Kliniken werden nicht modernisiert.

Wenn der Marburger Bund jetzt für ein weiteres Gehaltsplus von fünf Prozent und eine bis zu 35 Prozent höhere Vergütung von Bereitschaftsdiensten streikt, dann ignoriert er solche Realitäten. Eine Gewerkschaft darf aber nicht nur an die eigenen Mitglieder denken. Sie muss auch die gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Situation im Auge behalten.

Lesen Sie dazu auch: Klinikverband wirft Ärzten Maßlosigkeit vor

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