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Kommentar zum UKSH

Streiken in SARS-Zeiten

An den Unikliniken in Schleswig-Holstein will die Pflege streiken. In Zeiten des Coronavirus. Absurd? Nicht wirklich.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:

Unbefristete Streiks von Pflegekräften am Uniklinikum Schleswig-Holstein, während das Bundesland seinen ersten Coronavirus-Fall meldet – wie will das zusammenpassen?

Man mag sich nicht vorstellen, dass der einzige Maximalversorger eines ganzen Bundeslandes ab 9. März zu weiten Teilen seinen Pflegebetrieb einstellen muss, weil die Pflegekräfte streiken.

Weil sie keine andere Chance als den Arbeitskampf sehen, um für ihre berechtigten Interessen zu streiten. Womöglich wird es auch gar nicht so weit kommen, wenn die Situation um SARS-CoV-2 sich weiter verschärft.

Der Einzelfall, so skurril er zunächst erscheint, lenkt aber vom eigentlichen Problem ab: Denn Jahre lang wurde die Pflege kaputtgespart. Weil vor allem die Länder den Krankenhäusern notwendige Mittel vorenthalten haben, und sie ihre Investitionslücken mit DRG-Erlösen stopfen mussten, die sie für mehr Personal hätten aufwenden sollen.

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) ist einstweilen noch weiße Salbe, weil es Zeit zur Entfaltung seiner Wirkung braucht.

Es fehlt schlicht Pflegepersonal. Was das in letzter Konsequenz zeitigen kann, können wir jetzt angesichts drohender neuer SARS-CoV-2-Fälle erahnen. Erleben will es keiner.

Wäre die Bundesrepublik wirklich gut auf Notlagen wie diese vorbereitet, bräuchte es keine Streikdrohung von Pflegekräften während einer Epidemie.

Schreiben Sie dem Autor: denis.noessler@springer.com

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