Baden-Württemberg

Stützaktion für geriatrische Zentren

Den geriatrischen Schwerpunkte und Zentren in Baden-Württemberg droht die Finanzierungsgrundlage wegzubrechen. Ein breites Bündnis ist zur Rettung angetreten.

Veröffentlicht: 17.09.2020, 14:44 Uhr

Stuttgart. Krankenkassen, Krankenhausgesellschaft, KV und weitere Akteure in Baden-Württemberg wollen in einer übergreifenden Vereinbarung die geriatrischen Schwerpunkte und Zentren in Baden-Württemberg retten.

Diesen drohe die Finanzierungsgrundlage wegzubrechen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Hintergrund seien bundesweite Vorgaben durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, die das Geriatriekonzept des Landes nicht berücksichtigen.

Das zuletzt 2014 aktualisierte Konzept sieht eine „wohnortnah organisierte, ambulant vor stationär ausgerichtete, eng miteinander vernetzte (...) geriatrische Versorgung“ vor. In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Landtag vom Februar 2019 lobt die Landesregierung das sektorenübergreifende Konzept als „wegweisend“.

Ein Element darin sind Schulungskonzepte, sodass ambulant oder stationär tätiges Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte auf strukturierte Informationen nach aktuellem wissenschaftlichen Stand zurückgreifen können. Unter anderem dadurch soll es gelingen, die Qualität der Versorgung geriatrischer Patienten zu verbessern. Ziel ist es, dass Kliniken, die als Geriatrische Schwerpunkte oder Zentren ausgewiesen sind, auch künftig Förderungen für diese Leistungen von den Kassen erhalten können.

Nach Angaben des Sozialministeriums leben im Südwesten aktuell rund 800.000 potenziell geriatrische Patienten. Ihre Zahl könnte bis 2035 auf über 1,14 Millionen steigen. Im Vorjahr gab es landesweit 61 niedergelassene Geriater und fünf Geriatrische Institutsambulanzen (GIA).

In beiden Fällen würde die Landesregierung den Aufbau weiterer GIAs und die Niederlassung zusätzlicher Geriater begrüßen. Anlässlich der Antwort auf die Landtagsanfrage übte die Regierung deutliche Kritik an der ambulanten Versorgung: „Die geriatrische multiprofessionelle Arbeitsweise hat sich im ambulanten Setting noch nicht durchgesetzt“, heißt es. (fst)

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