Direkt zum Inhaltsbereich

Hautkrebsscreening

TK erwartet Fortschritt durch Digitalisierung

Hautkrebs, früh erkannt, ist heilbar. Darum ist frühzeitiges Screening wichtig. Das ist ausbau- und verbesserungsfähig – auch durch Digitalisierung.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

BERLIN. Nur rund 20 Prozent der anspruchsberechtigten GKV-Versicherten nehmen die Möglichkeit des Hautkrebs-Screenings wahr. „Die Menschen in Deutschland sind Früherkennungsmuffel“, so steht es im am Mittwoch in Berlin vorgelegte Hautkrebs-Report der Techniker Krankenkasse fest.

Um ausreichende Kapazitäten und eine gute Erreichbarkeit für das Screening zu erreichen, sind neben den Dermatologen auch Hausärzte berechtigt, die Leistung zu erbringen. Allerdings schränkt der Report ein: „Die Ergebnisse des Screenings können sehr unterschiedlich ausfallen – die Qualität der hausärztlichen Untersuchungen ist danach verbesserungsbedürftig.“ Mehr als die Hälfte der Versicherten nehmen beim Screening ihren Hausarzt in Anspruch, vor allem in den westlichen Bundesländern.

Dabei ist Hautkrebs mit einer Inzidenz von 272.000 Fällen pro Jahr eine der bedeutendsten – und in Anfangsstadien erfolgreich behandelbare – Erkrankung. 38.000 Fälle betreffen dabei das nicht selten aggressive maligne Melanom. Dies sind aber nur die in Krebsregistern erfassten Ersttumore. Zusammen mit den im Zeitablauf auftretenden Folgetumoren wird für 2019 mit rund 500.000 Hautkrebsfällen gerechnet.

IT-Einsatz in Praxen wird noch Zeit brauchen

Große Hoffnungen setzen die Autoren des Reports – Dermatologen und Sozialmediziner der Unis Hamburg und Bremen – auf digitale Techniken zur Unterstützung des Screenings. Sie verweisen auf eine 2017 in „Nature“ veröffentlichte Studie, in deren Rahmen ein lernendes Computerprogramm mit Fotografien und feingeweblichen Untersuchungsbefunden von mehreren 100.000 Patienten gespeist worden ist.

Nach mehreren „Lernrunden“ des Computers sei es gelungen, eine Treffsicherheit zu erreichen, die der erfahrener Dermatologen entspricht. Zu ähnlichen Ergebnissen ist auch eine jüngst publizierte Studie gekommen.

Zwar werde der Einsatz solcher Technologien in deutschen Arztpraxen noch Zeit brauchen, aber künstliche Intelligenz und Telemedizin könnten Ärzten in Zukunft helfen, ihre Diagnosen sicherer zu machen und ärztliche Versorgung auch in strukturschwache Räume zu bringen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas.

Die TK hat dazu ein Projekt „TeleDermatologie“ in Mecklenburg-Vorpommern gestartet, das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird und zeigen soll, wie strukturschwache Regionen von App-gestützten Anwendungen profitieren können und so auch dem Fachärztemangel entgegenwirken. Aber, so schränkt Baas ein: „Keine Technik wird den Arzt und seine Beratung ersetzen können.“ Die Technik werde Ärzten aber mehr Zeit für Beratung schaffen.

Ist in frühen Tumorstadien eine relativ einfache operative Entfernung möglich, so galten die fortgeschrittenen und teils aggressiven Tumoren bis vor wenigen Jahren als schwer behandelbar, sodass die betroffenen Patienten binnen kurzer Zeit an einem malignen Melanom starben.

Immuntherapien als Durchbruch bewertet

Als Durchbruch wertet der Report die in den vergangenen Jahren eingeführten Immuntherapien, die die Überlebenszeit und Lebensqualität der Patienten signifikant erhöht habe. Dabei können auch bereits entstandene Metastasen erfolgreich bekämpft werden.

Trotz dieser Erfolge bleiben Früherkennung und Prävention durch eigenes Verhalten – insbesondere Vermeidung zu hoher UV-Strahlung – unverzichtbar, um Hautkrebs zu vermeiden. Baas: „Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel, denn die Haut vergisst nichts.“ Dringend empfehlen Experten wie der Bremer Professor Gerd Glaeske Cremes auf physikalischer Basis in ausreichender Dosierung. Die bei Discountern angebotenen Produkte seien qualitativ gut und außerdem preiswert.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Fixkostendegression in der HZV: Koalition schnürt Sparpaket wieder auf

Das könnte Sie auch interessieren
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: Schematische Wirkprinzipien verschiedener immuntherapeutischer Ansätze beim Multiplen Myelom

© Johnson & Johnson

Therapie des Multiplen Myeloms

Ebnet die Präzisionsmedizin den Weg zur funktionellen Heilung dieser Neoplasie?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Arzthelferin impft Frau

© Glamourpixel / Stock.adobe.com

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Eine Frau mit segmentalen Vitiligo-Flecken auf dem Rücken.

© llhedgehogll / stock.adobe.com

Leitlinien-Upgrade

Vitiligo: Tipps für ein optimales Therapiemanagement

Frau trägt eine  Lumbalorthese bei der Gartenarbeit.

© Gunars / Stock.adobe.com

Randomisierte Studie

Rückenschmerzen: Lumbalorthese wohl „nützliche Zusatzoption“