Sachsen-Anhalt

TK fördert Digitalisierung bei Hausärzten – ein bisschen

TK will die Digitalisierung in Sachsen-Anhalt vorantreiben: Hausärzten winkt ein Zuschlag von 100 Euro pro Quartal.

Von Petra Zieler Veröffentlicht: 11.02.2020, 12:04 Uhr
TK fördert Digitalisierung bei Hausärzten – ein bisschen

Die TK honoriert Hausärzte in Sachsen-Anhalt für die Nutzung digitaler Anwendungen wie etwa eine Videosprechstunde.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Magdeburg. Mehr Rückenwind für die Digitalisierung im Gesundheitswesen verspricht in Sachsen-Anhalt ein gemeinsames Projekt von Techniker Kasse und der KV Sachsen-Anhalt.

Der vor zehn Jahren vereinbarte Hausärztevertrag soll ein Stück moderner werden. Ärzte, die die Versorgung ihrer Patienten mithilfe einer digitalen Infrastruktur organisieren, erhalten ab sofort „einen Innovationszuschlag von 100 Euro pro Quartal“, berichtet Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung.

Zwei Voraussetzungen

Kriterien dafür sind die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur oder einen technischen Kommunikationsdienst zum Versand von e-Arztbriefen, ein elektronischer Heilberufsausweis oder Angebote für Online-Terminbuchungen oder Videosprechstunden. „Werden mindestens zwei dieser Voraussetzungen erfüllt, fließen die Gelder.“

Voraussetzung ist, dass mindestens ein HzV-Versicherter der TK im Quartal behandelt wurde. Die Kasse hofft, das Thema Digitalisierung auch damit stärker in den Blickpunkt zu rücken. Nicht nur in Medizin und Pflege, sondern vor allem in der Politik.

Hier müssten die Weichen gestellt werden. Suchant kritisiert, dass Sachsen-Anhalt beim Breitbandausbau noch immer die rote Laterne trägt. „Die Zeit drängt: Das Thema muss prioritär behandelt werden.“ Ohne den flächendeckenden Breitband-Ausbau werde die Digitalisierung auch in Medizin und Pflege allenfalls ein Stiefkind bleiben.

„Bereits existierende Angebote unserer Kasse können Versicherte in vielen Orten der Altmark wegen schlechter Internetverbindung gar nicht oder nur unzureichend in Anspruch nehmen.“ Das betreffe auch die Stottertherapie als Eins-zu-Eins- Online-Training.

Vorschlag: Digitale Plattform

Die Juristin spricht sich für einen konkreten Fahrplan aus: Was will das Land seinen Bürgern bieten und wie können Kassen und Leistungserbringer hier unterstützen? Dass der Gesundheitsversorgung in der 20-seitigen digitalen Agenda des Landes nur eine halbe Seite eingeräumt wurde, zeige, dass es eine Menge zu tun gibt. Suchant regt daher eine digitale Plattform an.

„Es gibt bereits einige Leuchttürme im Land, aber keine Vernetzung und damit keine Transparenz.“ Von der Bundesregierung fordert Suchant die Anpassung des Leistungskatalogs der Pflegeversicherung. Eingang finden müssten beispielsweise technische Assistenz- und Überwachungssysteme im Haushalt.

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