Umsetzung von Shared Decision Making

Trainings für Ärzte und ihre Mitarbeiterinnen

Shared Decision Making will gelernt sein. Die Teilnahme an Online-Schulungen und Seminaren ist obligatorisch.

Von Helmut Laschet Veröffentlicht:

Bremen. Die Umsetzung von Shared Decision Making (SDM) erfolgt in vier Modulen. Die dazu erforderlichen Inputs wurden vom Universitätskliniken Schleswig-Holstein in Kiel erarbeitet und können nun ohne größeren Aufwand in großer Menge reproduziert und in der Praxis eingesetzt werden:

  • Training für Ärzte: Das Modul für Hausärzte besteht aus einem Online-Training und einem individuellen Training. Im interaktiven Onlinetraining erlernen Teilnehmer die sechs Prozessschritte. Im anschließenden Gruppentraining werden die individuellen Herausforderungen aufgegriffen, die die Teilnehmer im eigenen Praxisalltag haben. Dafür zeichnen die Hausärzte sich selbst in einzelnen Gesprächen auf Video auf und erhalten von speziell geschulten SDM-Trainern ein Feedback zu gelungenen Elementen und zu weiteren Verbesserungsmöglichkeiten.
  • Qualifizierung des Praxispersonals: SDM-Trainer bilden medizinische Fachangestellte und andere Fachkräfte in der Hausarztpraxis zu Entscheidungshelfern (Englisch: Decision Coaches)) aus. In dieser Rolle begleiten sie den Patienten beim Umgang mit den Online-Entscheidungshilfen und unterstützen ihn, die eigenen Präferenzen und Prioritäten zu erkennen und klar zu benennen.
  • Entscheidungshilfen für Patienten: Für mehrere zentrale Indikationen werden sogenannte Entscheidungshilfen online bereitgestellt, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Damit werden Informationen zu seiner Krankheit und bestehenden Therapieoptionen bereitgestellt, beispielsweise bei Bluthochdruck. Neben Texten in patientenverständlicher Sprache sind Abbildungen sowie kurze Filme eingebaut. Verständliche Informationen zum Entscheidungsgegenstand sind die Voraussetzung, dass Patienten sich aktiv in den Entscheidungsprozess einbringen und ihre Präferenzen und Befürchtungen artikulieren können.
  • Aktivierung von Patienten: Flyer, Webseiteninhalte, Videos und Broschüren erklären Patienten, welche Fragen sie stellen können, um im Gespräch mit ihrem Arzt aus eigener Kraft zu einer gemeinsamen Entscheidung beizutragen.

Der Einsatz dieser Module und ihre Wirksamkeit ist in etlichen Studien gut evaluiert. In den Materialien von Share-to-Care des Uniklinikums Schleswig-Holstein wirkt der Arzt und Entertainer Dr. Eckart von Hirschhausen mit.

Für die an der hausarztzentrierten Versorgung in Bremen teilnehmenden Ärzte ist die Einführung von Shared Decision Making verbindlich, im Gegenzug vergüten die Kassen auch den Fortbildungsaufwand.

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