Patientenberatung

"UPD soll über Fonds bezahlt werden!"

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BERLIN. Die Bürger Initiative Gesundheit fordert, die Unabhängige Patientenberatung (UPD) künftig über einen Fonds zu finanzieren.

Mit diesem Vorschlag schaltet sich die Initiative um Wolfram-Arnim Candidus in die Debatte um den Fortbestand der UPD ein.

Wie berichtet, hat der Spitzenverband der Krankenkassen die Organisation der UPD ab 2016 neu ausgeschrieben. Um den Auftrag hatte sich auch das Duisburger Unternehmen Sanvartis beworben.

Es arbeitet bereits als spezialisiertes Callcenter für Krankenkassen und Pharma-Unternehmen. Mehrere Ärzte-Verbände zeigten sich ebenso alarmiert und sprachen sich gegen eine mögliche Vergabe an Sanvartis aus. Sie forderten zudem den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), auf einzugreifen.

Bislang wird die UPD vom Sozialverband VDK, der Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Verbund unabhängiger Patientenberatung gemeinsam getragen.

Pro Jahr bearbeitet die UPD bundesweit rund 80.000 Anfragen von Patienten. Die Einrichtung der UPD ist gesetzlich vorgeschrieben und verfügt über ein Budget von neun Millionen Euro pro Jahr.

Der Vorschlag der Bürger Initiative Gesundheit stellt jetzt die Struktur der UPD grundsätzlich infrage: Deren Unabhängigkeit, so heißt es in einer Pressemitteilung, sei von Beginn an "ein Konstrukt" gewesen.

Da sie von der Politik installiert und von Krankenkassen finanziert werde, sei daran zu zweifeln, ob die UPD über sich selbst entscheiden könneund nicht von den Befehlen und Anweisungen Dritter abhänge.

Um eine "effektive, sachlich korrekte Unterstützung der Bürger" im GKV-System zu gewährleisten, sei eine Institution zu etablieren, die über einen Fonds finanziert wird und "in keiner Weise von Politik und Kostenträger" abhänge. Aus welchen Mitteln der Fonds gefüllt werden soll, wurde nicht genannt. (wer)

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