Genesungswerk ist alarmiert

Überlastete Mütter, kranke Kinder?

Viele Kinder, die im Rahmen einer Mutter-Kind-Kur untersucht werden, sind krank. Häufig wohl deshalb, weil immer mehr Mütter permanent überlastet sind, warnt das Müttergenesungswerk.

Veröffentlicht: 23.06.2015, 17:00 Uhr

BERLIN. Das Müttergenesungswerk (MGW) registriert, dass ein wachsender Teil der Kinder bei Mutter-Kind-Kuren ebenfalls behandlungsbedürftig ist. Das geht aus dem Datenreport für 2014 hervor, den das MGW am Dienstag vorgestellt hat.

Rund 50.000 Mütter sind im vergangenen Jahr von 72.000 mitreisenden Kindern begleitet worden. 26 Prozent der Kinder litten an Erkrankungen der Atemwege (2013: 20 Prozent), 23 Prozent an Verhaltensauffälligkeiten, ADHS oder Anpassungsstörungen (2013: 18 Prozent), so das MGW.

Bei den Müttern akkumulieren sich Gesundheitsstörungen wie starke Erschöpfung (68 Prozent), Schlafstörungen (58 Prozent), Kopfschmerzen (51 Prozent) oder Angstgefühle (44 Prozent).

"Das ständige Hin und Her zwischen Kindern, Haushalt und Beruf ist zu einem Bermudadreieck für Mütter geworden, in dem ihre eigenen Bedürfnisse verloren gehen, sie werden krank", sagte die MGW-Kuratoriumsvorsitzende Dagmar Ziegler.

Vor diesem Hintergrund seien bei Mutter-Kind-Kuren die gesundheitliche und ganzheitliche Stärkung der Mütter ebenso zentral wie die Stärkung ihrer Erziehungskompetenz, hieß es. (fst)

Mehr zum Thema

Bundesarbeitsminister kündigt an

Offensive für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Modellprojekt zeigt Wirkung

AOK will mehr rehabilitative Ansätze in der Pflege

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Wolfgang P. Bayerl

Zunächst sollte erstmal der Auftrag des Bundesverfassungsgerichtes von 1998 aufgearbeitet werden

Der lautet, Beseitigung der steuerlichen Benachteiligung von Familien mit Kindern.
Auf das "Splitting" Kinderloser kann man heute gerne verzichten. Hierfür fehlt eine gesellschaftliche Rechtfertigung.

BVerfG, 2 BvL 42/93 vom 10.11.1998, Absatz-Nr. (1 - 83), http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls19981110_2bvl004293.html

Das mit der "permanenten Überlastung", oder gar Einkommen für Kinder ist tränenrührender Quatsch, weil Familien noch nie "Almosenempfänger" waren. Wir brauchen keine HarzIV-Mütter, deren Kinder auch im HartzIV landen. Die steuerliche Gleichbehandlung wäre der erste Schritt.
Danach sollten Kindergärten wie die Schulen vom vom Staat bezahlt werden, mit einer ähnlichen Option wie in Schweden, dass das in den ersten drei Jahren auch die dafür bezahlte Mutter übernehmen kann, das ist dann nicht teurer sondern billiger.

Heidemarie Heubach

Kinder-Grundeinkommen ist eine super Idee !

Vermutlich würden sogar die Geburten in Deutschland steigen, denn ich weiß, daß viele Frauen mit 1 Kind auf weitere verzichten wegen o.g. Gründe.
Außerdem muß man mal überlegen, was aus den Kindern dieser gehetzten Mütter mal wird ! Ich sehe hier eine Keimzelle für Rechtsextremismus - ist das auch politisch "gewollt" ? - oder `nur` Kolleteralschaden ?


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Experten-Bündnis fordert Vorfahrt für Prävention

Berliner Erklärung

Experten-Bündnis fordert Vorfahrt für Prävention

Vor allem komplizierte planbare Operationen sollten in Kliniken vorgenommen werden, wo aufgrund höherer Fallzahlen eingespielte interdisziplinäre Teams bei hoher Prozess- und Strukturqualität Erfahrung aufbauen konnten, fordert die Barmer.

Krankenhausreport der Barmer

Hohe Operations-Fallzahl rettet Leben