Viel Ärger zwischen AOK und KV in Rheinland-Pfalz

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NEU-ISENBURG (chb). Nach dem erneuten Ärger um die Impfung gegen die Schweinegrippe in Rheinland-Pfalz sieht sich KV-Chef Dr. Günter Gerhardt in seiner Haltung bestätigt. Die KV hatte sich aus den Vorbereitungen zur Impfaktion zurückgezogen, weil es Ärger mit der AOK und einigen anderen Kassen wegen der Übernahme der Kosten für die saisonale Grippeimpfung gegeben hatte (wir berichteten).

"In Rheinland-Pfalz gibt es viele Knackpunkte zwischen den Ärzten und den Kassen und hier vor allem der AOK", sagt Gerhardt. Dabei gehe es nicht nur um die Vereinbarungen zum Impfen, die Ärzten die Arbeit schwer machten, sondern zum Beispiel auch um die Onkologievereinbarung oder Verträge zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Aber bei den Vorbereitungen zur Schweinegrippe-Impfung habe man eine Möglichkeit gesehen, gegen die AOK zu protestieren und jetzt sei das Ziel erreicht: "Die Ärzte müssen bei der Schweinegrippe-Impfung keine Regresse fürchten." Nach Gerhardts Erfahrung lenkt die AOK unter ihrem streitbaren Chef Walter Bockemühl immer erst ein, wenn Druck aus dem Ministerium kommt.

Mit ihrer Forderung nach neun Euro Regress für jede angebrochene, aber nicht verbrauchte Impfdosis hat die AOK viele Ärzte im Land aufgebracht. "Wir bemühen uns Vorbehalte gegen Impfungen in der Bevölkerung abzubauen und die AOK macht mit ihrem Verhalten alles wieder zunichte", sagt der Kinderarzt Dr. Christian Neumann aus Zweibrücken, der auch Pressesprecher des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte ist. Er findet die Protesthaltung der Kassenärztlichen Vereinigung richtig. Außerdem wundert er sich über so manche Daten, die die AOK im Zusammenhang mit Impfaktion erhebt. "Wieso will die AOK zum Beispiel wissen, ob wir in Ärztenetzen organisiert sind", fragt sich der Kinderarzt.

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