Berufspolitik

Was legt Rösler jetzt nach?

Von Helmut Laschet Veröffentlicht: 09.05.2010, 13:23 Uhr

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat beim Hauptstadtkongress eine beachtliche und grundsätzliche Rede gehalten, deren Adressat vor allem auch die Ärzte waren. Die Botschaft: Wir brauchen in unserer Gesellschaft einen grundsätzlichen Mentalitätswechsel - weg von der Reglementierung, Bürokratisierung und Überkontrolle zu einem System der Eigenverantwortlichkeit und Mündigkeit.

Vertrauen in die Kompetenz der Ärzte und ebenso Vertrauen in den grundsätzlich eigenverantwortlich handelnden Patienten - das können Prinzipien einer liberalen Gesundheitspolitik sein.

Solange Politik Führung in der Gesellschaft beansprucht - und gerade für ordnungspolitisch grundsätzliche Fragen ist dies unabdingbar -, folgt daraus jetzt die Verpflichtung, jene Projekte zu benennen, mit denen mehr Freiheit, mehr Vertrauen und weniger Gängelung verwirklicht werden können. Am Dienstag hat Philipp Rösler eine Chance dazu, wenn er zur Eröffnung des Ärztetages in Dresden spricht.

Es ist Zeit, den schemenhaften Zielen einen konkreten Masterplan für ein wirklich umfassendes Entbürokratisierungskonzept folgen zu lassen. Noch warten die Ärzte mit Spannung - aber die Ungeduld wächst.

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