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Wie gefährlich sind Nanomaterialien?

BERLIN (dpa). Sie sind mit dem Auge nicht zu erkennen, gelten aber gerade der Industrie als Heilsbringer: Winzige Nanopartikel können angeblich Textilien vor Bakterien schützen oder Medikamente verträglicher machen.

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Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat nun die Bundesregierung in einem am Donnerstag vorgelegten Gutachten aufgefordert, die Risiken besser untersuchen zu lassen und gegebenenfalls Gesetze und Auflagen nachzujustieren.

Die Folgen der Mini-Chemikalien für Mensch und Umwelt seien bisher unzureichend untersucht worden, argumentiert das Beratergremium der Bundesregierung in Umweltfragen. Behörden und Verbraucher wüssten oft nicht, was für Nanomaterialen überhaupt verwendet werden.

"Das Vorsorgeprinzip muss konsequent auf Nanomaterialien angewendet werden", betonte Christian Calliess, Rechtsexperte des SRU. Stoff- und Produktrecht seien teilweise noch so ausgestaltet, dass erst der Gefahrnachweis staatliche Eingriffe rechtfertige.

Die Toxikologin Heidi Foth betonte, dass Risiken nicht pauschal bewertet werden dürften. "Manche Materialien sind nach heutigem Kenntnisstand unbedenklich, bei anderen besteht ein Risikopotenzial."

Bedenken sieht der SRU etwa bei der Verwendung von Nanomaterialien in Sprays und bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von Kohlenstoff-Nanoröhren, die im Verdacht stünden, krebserregend zu sein.

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) betonte: "Wir sind in Deutschland ganz vorne bei der Entwicklung der Nanotechnologie - mit mehr als 900 Betrieben und mehr als 60.000 Arbeitsplätzen."

Aber sie würden von den Menschen nur akzeptiert, "wenn ihre Risiken bekannt und auf ein vertretbares Maß reduziert sind". Er kündigte an, darüber in Deutschland und auf EU-Ebene den Dialog dazu weiter zu fördern.

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