Eröffnung

World Health Summit: Spahn fordert mehr Kompetenzen für die WHO

Bei der Eröffnung des Weltgesundheitsgipfels in Berlin spielt die Stärkung der globalen Gesundheitsarchitektur die Hauptrolle. Gesundheitsminister Spahn kündigt zudem Milliarden Euro für internationale Corona-Hilfen an.

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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, dass Deutschland bis Jahresende 100 Millionen Corona-Impfdosen spenden werde.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, dass Deutschland bis Jahresende 100 Millionen Corona-Impfdosen spenden werde.

© Emmanuele ContiniNurPhoto//picture alliance

Berlin. Mit eindringlichen Appellen zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit gegen die Pandemie ist am Sonntag der Weltgesundheitsgipfel in Berlin eröffnet worden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erneuerte dabei die Forderung nach einem internationalen Pandemie-Abkommen. Die Weltgesundheitsorganisation solle in diesem Prozess aufgewertet und der Welthandelsorganisation vergleichbare Kompetenzen erhalten.

Ein solcher Vertrag ist seit dem Frühjahr im Gespräch und wird von der Europäischen Union unterstützt. Hintergrund ist, dass ein vertragliches internationales Regime für die Mitgliedsstaaten bindender wäre als die geltende Regelung. Grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen müssen grenzüberschreitend bekämpft werden“, sagte die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen. Dafür sei ein weltweiter Standard für Gesundheitsvorsorge nötig.

Spahn wirbt für starke Gesundheitssysteme

Spahn kündigte an, dass Deutschland bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen spenden werde und 2,2 Milliarden Euro an weltweiten Corona-Hilfen zur Verfügung stelle.

Aktuell trügen vor allem die ökonomisch schwächeren Länder die Last der Pandemie, betonte Spahn. Viele von ihnen bräuchten aber nicht nur einfach viele Impfdosen, sondern auch Gesundheitssysteme, die technisch und administrativ in der Lage seien, die internationalen Hilfen auch aufnehmen zu können.

Die Zukunft: Pandemien und Klimawandel

In diese Kerbe hieb auch WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus. Der Schaden, den COVID verursacht habe, mache deutlich, dass die Welt eine stabilere globale Gesundheitsarchitektur brauche. Um einen globalen Pandemie-Pakt oder einen Pandemie-Vertrag aufzusetzen brauche es politischen Willen bis in die höchsten Ebenen. Tedros forderte die Regierungen zudem auf, mehr Impfdosen in die am stärksten gefährdeten Länder zu liefern und die Impfstoffe solidarisch zu verteilen. Gegen Impfnationalismus und das Horten von Impfstoff wandte sich auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

„Die Welt, wie wir sie kennen, ist in Gefahr“, hatte zuvor der Präsident des World Health Summit Professor Axel Radlach Pries von der Berliner Charité angemerkt. Außer Pandemien drohten Überschwemmungen und Dürren aufgrund des Klimawandels. Die weltweite Reaktion darauf weise noch Schwächen auf. Zur internationalen Zusammenarbeit gebe es aber keine Alternative. Wichtig sei, die Schwäche der Impfstatistik weltweit anzugehen. Nicht nur in Deutschland sei die Zahl der Geimpften nicht exakt bekannt. (af)

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