Kommentar zum

Wünsche ade

Das Schiedsamt hat Kassen und KV in Hamburg an den Verhandlungstisch zurückgeholt. In der neuen Runde müssen beide Seiten Abstriche machen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

Der Honorarstreit in Hamburg nimmt kein Ende. Auch das Schiedsamt hat sich in den vergangenen Wochen zu keiner Entscheidung durchringen können und die Beteiligten aufgefordert, noch einmal nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen.

Erfolg versprechend ist das nur, wenn beide Seiten sich von ihren Wunschvorstellungen lösen. Danach sah es bislang nicht aus. Spannungen gab es oft zwischen KV und Krankenkassen in der Hansestadt - selten aber so schwierige Vertragsverhandlungen.

Zu den Ursachen zählen hohe Erwartungen der Ärzte - flankiert durch eine KV-Kampagne - und fehlende Beweglichkeit auf Kassenseite. Fingerspitzengefühl ließen beide Seiten vermissen.

Die KV schürte öffentlich den Unmut der Ärzte, der federführende vdek war sich nicht zu schade, altbekannte Neiddebatten zu entfachen. Manchmal schien es schwer zu glauben, dass jenseits der öffentlichen Schuldzuweisungen noch konstruktiv nach Lösungen gesucht wurde.

Dass das Schiedsamt dennoch eine neue Verhandlungsrunde einläutet, lässt sich nur damit erklären, dass es klar zu verstehen gegeben hat, welche Positionen es für nicht akzeptabel hält.

Kassen und KV haben eine weitere Chance, sich zu einigen und damit die Funktionsfähigkeit der Selbstverwaltung unter Beweis zu stellen - sie sollten sie nutzen.

Lesen Sie dazu auch: Honorar: Hamburgs Ärzte müssen neu verhandeln

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