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Kleine Einrichtungen schließen

XXL-Hausarztpraxen sind in Großbritannien im Trend

Bei britischen Hausarztpraxen ist zunehmend Supersize angesagt. Während immer mehr kleine Einrichtungen schließen, schießen Riesen-Praxen mit mehr als 20.000 Patienten aus dem Boden. Ärzte sind besorgt.

Arndt StrieglerVon Arndt Striegler Veröffentlicht:
Ein Hausarzt in Großbritannien untersucht ein Mädchen. Die Praxen im Königreich werden immer größer.

Ein Hausarzt in Großbritannien untersucht ein Mädchen. Die Praxen im Königreich werden immer größer.

© 57stock / imageBROKER / picture alliance

London. Jede zweite kleine Hausarztpraxis in England hat in den vergangenen Jahren geschlossen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor, die innerhalb der britischen Ärzteschaft für Unruhe sorgen.

Laut Ministerium gab es im Jahr 2015 insgesamt 7816 Hausarztpraxen in England. 2021 belief sich ihre Zahl nur noch auf 6522 Praxen. Besonders betroffen vom Praxissterben sind nach Angaben des Ministeriums kleinere Praxen mit bis zu 5000 Stammpatienten. Ihre Zahl hat sich zwischen 2015 und 2021 halbiert.

Interessant: Dagegen steigt die Zahl so genannter „Supersize-Hausarztpraxen“, die mehr als 20.000 Stammpatienten versorgen, sprunghaft weiter an. Sie hat sich zwischen 2015 und 2021 laut Gesundheitsministerium mehr als verdreifacht.

Praxen müssen immer mehr Patienten versorgen

Während die kleineren und mittleren Allgemeinarztpraxen im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service) schließen, wächst die durchschnittliche Zahl der Patienten, die pro Praxis versorgt werden müssen, deutlich an: von 7294 Patienten pro Praxis im Jahr 2015 auf 9441 Patienten pro Praxis 2021.

Sowohl die britischen Ärzteverbände als auch Patientenorganisationen beobachten diesen Trend zu immer weniger und immer größeren Hausarztpraxen mit Sorge. Patientenverbände weisen darauf hin, daß es besonders in abgelegenen ländlichen Regionen oftmals keine wohnortnahe hausärztliche Versorgung mehr gebe. Ältere und weniger mobile Patienten hätten das Nachsehen und müssten oft 20 Kilometer oder längere Anfahrtswege zum nächsten Hausarzt in Kauf nehmen.

Ärzte sind beunruhigt

Auch die größte ärztliche Berufsvertretung im Königreich, die British Medical Association (BMA), ist beunruhigt. Die Konzentration primärärztlicher Versorgungsangebote hinterlasse viele weiße Flecken auf der Karte und sorge dafür, dass viele Patienten Probleme hätten, einen Hausarzt aufzusuchen.

Umfragen zeigen indes, dass kleinere Hausarztpraxen bei den britischen Patienten deutlich beliebter sind als übergroße Praxen. Laut BMA bestehe in Supersize-Praxen zudem die Gefahr, dass Patienten nicht kontinuierlich von einer Ärztin oder einem Arzt versorgt würden, sondern Kollegenwechsel hinnehmen müssten.

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