Hessen

Zentrale Teststellen für Corona-Verdachtsfälle

Wer gemäß RKI-Richtlinien als mit SARS-CoV-2 infiziert gelten könnte, wird ab kommender Woche zu Untersuchungsstellen geschickt, die an ausgewählten ÄBD-Standorten in Hessen eingerichtet werden.

Von Christoph Barkewitz Veröffentlicht: 06.03.2020, 16:07 Uhr

Wiesbaden/Frankfurt. In Hessen wird es von Montag an zentrale Untersuchungsstellen auf SARS-CoV-2 geben. Kassenärztliche Vereinigung (KV), Ärztekammer, Krankenhausgesellschaft und Sozialministerium teilten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit, eine Vereinbarung getroffen zu haben, die eine effiziente Versorgung von Corona-Infizierten gewährleisten solle.

Diese sieht vor, dass Hausärzte, Gesundheitsämter oder Mitarbeiter der Notrufnummer 116 117 (nach telefonischer Ersteinschätzung) Verdachtsfälle diesen Teststellen zuweisen, die an ausgewählten Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts (ÄBD) der KV in Hessen eingerichtet werden sollen. Die KV stellt dort auch medizinisch geschultes Fachpersonal zur Verfügung. Dort würden Abstriche vorgenommen, die Proben auf SARS-CoV-2 getestet und Meldung an die Gesundheitsämter erstattet.

„Massentests ohne Indikation nicht sinnvoll“

Als Verdachtsfall gelten ausdrücklich nur Patienten, die nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts sowohl eine akute Erkrankung der Atemwege aufweisen wie auch einen Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder einen Aufenthalt in einem Risikogebiet angeben können. „Massentests ohne Indikation sind medizinisch nicht sinnvoll und die Zentren dafür auch nicht ausgerichtet“, erklärten Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, die Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen.

In Hessen gibt es 60 ÄBD-Standorte (plus zehn Kinder-ÄBD). Welche und nach welchen Kriterien diese für die Teststellen ausgewählt werden, war zunächst weder vom Sozialministerium noch von der KV zu erfahren. Im Laufe des Wochenendes werde die KV ermitteln und entscheiden, wie viele Untersuchungsstellen eingerichtet werden, hieß es lediglich aus dem Ministerium. Ab Dienstag sollten diese flächendeckend in ganz Hessen einsatzbereit sein. Deren Öffnungszeiten lege ebenfalls die KV fest.

Zustimmung kam von Kammerpräsident Dr. Edgar Pinkowski: Dies ermögliche eine effektivere Testung bei Ressourcen schonendem Umgang mit knapper Schutzkleidung. Professor Steffen Gramminger, geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, wies darauf hin, in der aktuellen Situation sei es vorrangig, „dass Personen mit Symptomen und Verdacht auf eine Corona-Infektion möglichst außerhalb der Krankenhäuser diagnostiziert und leichte Fälle auch ambulant behandelt werden“.

„Angesichts der epidemischen Ausbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland haken sich die Akteurinnen und Akteure des hessischen Gesundheitswesens unter und schaffen eine schnell umsetzbare Lösung, das ist ein starkes Signal“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Stand Freitagnachmittag gab es in Hessen laut Sozialministerium 17 bestätigte Corona-Fälle. Alle weisen den Angaben zufolge milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf.

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