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Zweitmeinung soll bei Amputation Standard sein

KÖLN (iss). Das Einholen einer zweiten Meinung soll in der Region Köln vor jeder Major-Amputation bei Diabetikern zum Standard werden. Dafür setzt sich das "Netzwerk Diabetischer Fuß Köln und Umgebung" ein.

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Netzwerk Diabetischer Fuß: Die Ärzte im Netzwerk setzen auf die enge Kooperation mit den Hausärzten

Netzwerk Diabetischer Fuß: Die Ärzte im Netzwerk setzen auf die enge Kooperation mit den Hausärzten

© Dron / fotolia.com

Mit einer Aufklärungskampagne unter dem Motto "Amputation verhindern" wollen die Initiatoren bei Patienten, Hausärzten und einer breiten Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit für die Themen Diabetisches Fußsyndrom und Amputation schärfen.

"Bei einem so schwer wiegenden Eingriff wie der Amputation sollte die Zweitmeinung eine selbstverständliche Maßnahme sein", sagt der Kölner Internist Dr. Dirk Hochlenert, Sprecher der Kampagne. Bei den Kliniken, die sich an dem Kölner Netzwerk beteiligen oder mit ihm kooperieren, habe sich das Verfahren bereits gut eingespielt. Dort werde kein diabetischer Fuß mehr amputiert, ohne dass ein Arzt, der nicht zur Klinik gehört, sich den Patienten angeschaut hat. Dafür stehen Ärzte aus dem Netzwerk zur Verfügung. Sie arbeiten mit einer konsentierten Checkliste, berichtet Hochlenert.

"Es geht dabei nicht darum, die Ärzte in den Kliniken zu bevormunden oder vorzuführen", betont er. Der betreuende Arzt informiert den Patienten über die Zweitbegutachtung und teilt ihm auch das Ergebnis mit. "Die Kliniken bekommen durch das Verfahren auch eine höhere Rechtssicherheit."

Das Netzwerk Diabetischer Fuß ist 2002 gegründet worden. In ihm organisieren sich Diabetologen, Chirurgen, Angiologen und andere Gefäßspezialisten, Kliniken, Pflegedienste, Podologen und Orthopädie-Schuhmacher. Die Ärzte treffen sich alle drei Monate in einem Qualitätszirkel, auch die Pflegedienste haben einen Qualitätszirkel eingerichtet. Das Netzwerk hat mit einer Reihe von Krankenkassen einen Vertrag zur integrierten Versorgung geschlossen, der rund 80 Prozent der Patienten in der Region erfasst.

Die Ärzte im Netzwerk setzen auf die enge Kooperation mit den Hausärzten. "Wir bieten den Hausärzten an, Patienten bei einem Verdacht auf diabetischen Fuß sofort zu sehen", sagt Hochlenert. Wird die Diagnose bestätigt, kann der Patient über das Netz versorgt werden. Im Durchschnitt kämen Hausarztpraxen auf vier Patienten pro Jahr mit diesem Krankheitsbild. Das sei zu wenig, als dass sich für die aufwändige Betreuung dieser Gruppe die notwendigen Routinen einspielen könnten.

Als Teil der Kampagne „Amputation verhindern", bietet das Netzwerk Hausärzten am 9. Juni eine Fortbildung zum diabetischen Fuß an. Auf dem Programm stehen auch Informationsveranstaltungen für Patienten, Pflegedienste, Podologen und Schuhmacher. „Wir wollen erreichen, dass sich die Patienten früher als bisher beim Arzt vorstellen", sagt Hochlenert.

www.amputation-verhindern.de

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