Transplantationsimmunologie

Entwicklung hypoimmunogener Stammzellen zur universellen Transplantation

Veröffentlicht: 07.10.2019, 12:57 Uhr
Entwicklung hypoimmunogener Stammzellen zur universellen Transplantation

Professor Schrepfer und ihre Mitarbeiter ebnen mit ihren Arbeiten den Weg für eine von den Gewebemerkmalen des Fremdspenders und Empfängers unabhängige Transplantation vorgefertigter Stammzellpräparate zur Regeneration von Geweben und Organen.

© Prof. Schrepfer / TSI Lab

Induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC) können im Labor durch Reprogrammierung von ausdifferenzierten Körperzellen hergestellt werden. Sie sind eine unbegrenzte Quelle für die zellbasierte Reparatur von Organen des jeweiligen Spenders. Allerdings ist der Weg von ihrer Herstellung bis zur Entwicklung von Geweben ein langwieriger Prozess, der eine schnelle Transplantation bei Bedarf ausschließt.

Eine Alternative böten vorgefertigte Zell- oder Gewebspräparate mit Fremdspendern als Quelle. Ihrem Einsatz steht das Immunsystem des Empfängers im Weg, das die Spenderzellen als fremd erkennt und Abstoßungsreaktionen verursacht.

Wie Professor Sonja Schrepfer vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg und ihre Arbeitsgruppe zeigen konnten, verloren iPSC der Maus und des Menschen die Eigenschaft, eine Immunantwort bei Empfängermäusen auszulösen, wenn sie bei iPSC die Gene des Hauptgewebeverträglichkeitskomplexes MHC I und II abschalteten und gleichzeitig die Bildung des Oberflächenproteins CD47 verstärkten (Nature Biotechnology 2019; 37:252-258).

Auch bei Empfängertieren, die sich aufgrund einer zu Spenderzellen völlig abweichenden Gewebeverträglichkeit nicht für die Transplantation geeignet hätten, blieben Abstoßungsreaktionen aus.

Transplantierte Stammzellen reiften unter anderem zu Hauptbestandteilen des Herzgewebes aus, zum Beispiel Endothel- und Herzmuskelzellen. Damit ist ein wichtiger Schritt in die Richtung universeller Zellprodukte zur Gewebereparatur mithilfe von Stammzellen getan.

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