COVID-19-Diagnostik

Labore sehen sich als Treiber der Entwicklung zur Tracing-App

Die Labore wollen das Tracking etwa bei SARS-CoV-2 digitalisieren. Demnächst soll bei der Datenweiterleitung ein QR-Code helfen.

Von Sybille Cornell Veröffentlicht: 09.06.2020, 15:50 Uhr
Labore sehen sich als Treiber der Entwicklung zur Tracing-App

Laborproben: Mit QR-Code auf den Röhrchen arbeiten Labore schon lange in der Kooperation mit Praxen. Nun wird ein solcher Code auch für schnelle Abläufe in der SARS-CoV-2-Testung benötigt.

© Sebastian Gollnow / dpa / picture alliance

Berlin. Die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) setzen sich dafür ein, die Abläufe von der PCR-Testung auf SARS-CoV-2 zum Labor und wieder zurück zum Patienten durch digitale Abläufe zu beschleunigen. Das haben Vorstände des Verbands bei der Pressekonferenz zur Labordiagnostik von COVID-19 am Dienstag in Berlin gesagt.

„Wir haben uns mit unserer Erfahrung von Anfang an aktiv in den Prozess eingebracht“, berichtete der ALM-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Müller. Die fachärztlichen Labore seien „Impulsgeber und Treiber“ um die Versorgung besser zu machen.

Dazu gehöre insbesondere die digitale Interoperabilität der Arztpraxen, Labore und Krankenhäuser unter Beachtung der IT-Sicherheitsstandards. Er habe sich daher sehr über Medienberichte am vergangenen Wochenende gewundert, manche Labore verfügten nicht über eine sichere Anbindung, um die schnelle Weiterleitung von positiven Testergebnissen zu gewährleisten, so Müller.

Herausforderung in der Tracing-App

Dr. Christian Scholz, Leiter der AG IT des ALM e.V. betonte, dass die Labore schon lange vor der Corona-Pandemie ditigal Daten an Befund-Apps für mobile Endgeräte geliefert haben. Die Herausforderung bei der Entwicklung der Tracing-App des Bundesgesundheitsministeriums in Zusammenarbeit mit der Telekom und SAP bestehe jedoch darin, eine eindeutige Identifikation des Patienten mittels QR-Code vom Ort der Testung zum Labor und von dort wieder an den Patienten hinzubekommen.

Diese Frage sei in einer Arbeitsgruppe mit dem BMG gemeinsam gelöst worden. Er fasste zusammen: „An uns scheitert die Veröffentlichung der Warn-App sicher nicht.“

Positivrate der Tests sinkt weiter

Auch zur Entwicklung bei den PCR-Tests nahm der ALM e.V. wiederum Stellung. „Unsere Labore sind weiterhin für die rasche Untersuchung aller Proben, beispielsweise bei eventuellen Ausbrüchen wie in Göttingen, gut vorbereitet“, sagte ALM-Vorstand Wolf Kupatt bei der Pressekonferenz.

Der Feiertag und wohl auch die Pfingstferien in einigen Bundesländern haben sich laut ALM e.V. zudem auf das Covid-19-Testgeschehen in Deutschland ausgewirkt. Die SARS-CoV-2-PCR-Tests sind in der vergangenen Woche (KW 23) im Vergleich zur Woche davor gesunken. So wurden in der KW 23 insgesamt 279.842 SARS-CoV-2-PCR-Tests bei den in der Statistik erfassten Laboren angefordert. In der KW 22 hatte die Zahl bei noch 342.170 Tests gelegen.

Die Testkapazitäten für die laufende Woche sind laut ALM e.V. auf rund 888.000 SARS-CoV-2-PCR-Tests pro Woche noch etwas weiter angestiegen, sie werden also bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Rate positiver Tests ist gesunken und erreichte 0,9 Prozent aller vorgenommenen PCR-Tests nach 1,1 Prozent in der Vorwoche.

Die Zahl der angeforderten Antikörpertests habe mit 46.748 ebenfalls deutlich unter der Vorwoche (KW 22: 73.617) gelegen.

(Aktualisiert am 9. Juni 2020 um 21.14 Uhr.)

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