Abu Dhabi investiert kräftig in Gesundheit

Die Vereinigten Arabischen Emirate wittern ihre Chance im globalen Medizintourismus: seit über fünf Jahren entsteht am Persischen Golf eine "Healthcare City". Die Kliniken rüsten auf und werden auch um deutsche Ärzte buhlen.

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Die Skyline von Abu Dhabi: die Region mausert sich zu einem riesigen Gesundheitszentrum.

Die Skyline von Abu Dhabi: die Region mausert sich zu einem riesigen Gesundheitszentrum.

© dpa

ABU DHABI/DUBAI (maw). Mit immer neuen Superlativen und gigantomanisch anmutenden Projekten versuchen die Vereinigten Arabischen Emirate perpetuierend die staunenden Augen der Welt auf sich zu ziehen.

Egal, ob mit den Hotelkomplexen Burj al Arab in Dubai und Emirates Palace in Abu Dhabi oder mit dem künstlichen Inselkomplex Palms Island oder dem Burj Khalifa, mit 828 Metern der derzeit höchste Turm der Welt. Aber auch in Sachen Gesundheit sind die Scheichs am Persischen Golf nicht untätig. Seit über fünf Jahren entsteht in Dubai die Dubai Healthcare City.

Deutsche Ärzte in Dubai Healthcare City willkommen

Die Kliniken auf dem dann größten zusammenhängenden Gesundheitsareal der Welt - in vielen Fällen Dependancen renommierter ausländischer Institutionen - werden auch um qualifizierte Ärzte aus Deutschland buhlen. Erwartet werden vor allem viele betuchte Medizin-Touristen aus der Region.

Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, hingegen legt den Fokus nicht nur auf Medizintouristen, sondern hat eine generelle Modernisierung seiner Gesundheitsinfrastruktur angestoßen. Die Health Authority Abu Dhabi (HAAD) hat hierzu als Regulierungsbehörde des Emirates nach eigenen Angaben eine Reihe von Punkten auf der Agenda, um den Gesundheitsbereich auf westlichen Standard zu bringen.

Krankenversicherung soll obligatorisch werden

Das Emirat will nach eigenen Angaben ein Gesundheitssystem schaffen, in dem jeder vollen Zugang zur Gesundheitsversorgung hat. So soll die HAAD die Einführung der obligatorischen Krankenversicherung begleiten, aber auch die Erweiterung des Krankenhaussystems und der Gesundheitsversorgung steuern. Aktuell gibt es in Abu Dhabi 39 kleinere Krankenhäuser sowie 572 Gesundheitszentren und größere Kliniken. Bis 2013 sollen zwei weitere klinische Großeinrichtungen dazukommen.

Zudem setzt Abu Dhabi auf Partnerschaften mit einigen der Innovationsführer im Gesundheitswesen weltweit, darunter das Johns Hopkins Medicine, die International Cleveland Clinic Foundation und die Bumrungrad International in Thailand.

Der Schuh drückt die Vereinigten Arabischen Emirate vor allem bei den stark zunehmenden Patienten mit Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Krebs. Pädiatrische Intensivstationen seien im Jahr 2009 konstant zu mehr als drei Vierteln belegt gewesen. Weitere Sorgenkinder in Abu Dhabi sind die klinischen Einrichtungen in den Disziplinen Gynäkologie und Orthopädie.

Um den westlichen Gesundheitsstandard flächendeckend in den neu einzurichtenden Versorgungseinheiten gewährleisten zu können, müssen nicht nur große Investitionen in die Medizintechnik getan werden. Genauso muss ein Großteil des medizinischen Personals - Ärzte wie OP- und Pflegepersonal - noch für den Umgang mit den HighTech-Apparaturen geschult werden.

Auch bei der Versorgung chronisch kranker Patienten streben die Araber neue Wege an. So hat der Krankenversicherer Daman National Health Insurance, an dem die Münchener Rück beteiligt ist, bereits vergangenes Jahr ein neues medizinisches Service-Center eröffnet.

Gemeinsam mit dem Telemedizinspezialisten und Gesundheitsdienstleister almeda, der zur Münchener Rück Gruppe gehört, werden Patienten mit Diabetes oder Adipositas Chronikerprogramme angeboten. In dem Pilotprojekt kommen verschiedene Ansätze zum Patienten-Coaching genauso zum Einsatz wie eine spezielle Fallmanagement-Software.

Die unterschiedlichen Programmbausteine tragen nach Einschätzung des Unternehmens ebenso wie ergänzende Präventionsprogramme dazu bei, die möglichen finanziellen Belastungen aus drohenden Erkrankungen zu reduzieren.

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