Illegaler BTM-Handel?

Apotheker in Landshut vor Gericht

Apotheker und andere Beteiligte sollen durch illegale Geschäfte mit Betäubungsmitteln Millionen verdient haben.

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LANDSHUT. Am Landgericht Landshut ist vergangene Woche ein Prozess wegen illegaler Geschäfte mit Betäubungsmitteln gestartet. Beim Prozessauftakt kam es zu einer Verständigung: Einige Beschuldigte haben Geständnisse abgegeben. Das teilte Peter Pöhlmann, Pressesprecher und Vorsitzender Richter am Landgericht, der "Ärzte Zeitung" auf Anfrage mit. Die Angeklagten könnten nun davon ausgehen, Bewährungsstrafen zu bekommen. Gegebenenfalls kämen noch Geldstrafen hinzu.

Den insgesamt neun Beschuldigten wird laut Anklage vorgeworfen, ab September 2005 über mehrere Jahre illegal mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Unter den Angeklagten sind IT-Fachleute und Apotheker. Als Initiator gelte Peter H., der zur Zeit der Delikte eine Firma für Internet-Marketing geführt habe. Die Beteiligten sollen insbesondere Benzodiazepine ins Ausland verkauft haben, vor allem in die USA. Über die nötige Genehmigung nach Paragraf 3 und 11 des Betäubungsmittelgesetzes hätten sie nicht verfügt.

Das Anwerben internationaler Käufer sowie Bestellungen und Zahlungen sollen über verschiedene Websites stattgefunden haben. Den Versand der Medikamente hätten die Apotheker abgewickelt. In der Anklage wurden bis zu 55.850 Einzelhandlungen der illegalen Ausfuhr von Betäubungsmitteln benannt, davon bis zu 1022 in nicht geringer Menge.

Über eine der genutzten Abrechnungsfirmen hätten die Beklagten einen Umsatz von 15 Millionen US-Dollar erzielt. Einzelne Angeklagte sollen monatlich bis zu 28.000 Euro kassiert haben.

"In dieser Art und Größenordnung hatten wir einen solchen Fall hier noch nicht", so Pöhlmann. Derzeit sind noch zwei Verhandlungstage am 15. und 22. Januar angesetzt – für die Beweisaufnahme, die Plädoyers und die Urteilsverkündung. (cmb)

Landgericht Landshut

Az.: 45Js 11552/08

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