AvP-Pleite/Brandenburg

Apotheker werfen der Landesregierung Gleichgültigkeit vor

Die Insolvenz des Abrechnungszentrums AvP zieht laut Apothekerverband jede fünfte Apotheke in Brangenburg in Mitleidenschaft. Die Politik habe auf die Hilferufe der Branche jedoch nicht reagiert.

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Brandenburgs Apothekerschaft fühlt sich mit der AvP-Insolvenz allein gelassen.

Brandenburgs Apothekerschaft fühlt sich mit der AvP-Insolvenz allein gelassen.

© FooTToo / Getty Images / iStock

Potsdam. Brandenburgs Apothekerverband adressiert nach der Insolvenz des Abrechnungszentrums AvP schwere Vorwürfe an die Landesregierung. Auf Hilfeersuchen des Verbandes hätten sowohl Staatskanzlei, als auch Wirtschafts- und Finanzministerium ablehnend, desinteressiert oder sogar überhaupt nicht reagiert. Im Brandenburg ist laut Verband jede fünfte Apotheke von der Insolvenz betroffen – durchschnittlich summierten sich die Außenstände jeder der 120 mit AvP zusammenarbeitenden Apotheken auf rund 160.000 Euro.

Einzig das von Ursula Nonnemacher (Grüne) geführte Landesgesundheitsministerium habe sich von dem Hilferuf der Apothekerschaft sofort alarmiert gezeigt, heißt es weiter. Ein Schreiben an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sei dagegen der Staatskanzlei „nicht einmal eine Antwort wert“ gewesen. Im Wirtschaftsministerium sei nur gegen großen Widerstand überhaupt ein Gesprächstermin erreicht worden.

Wirtschaftministerium „nicht interessiert“

„Das vor einer Woche zustande gekommene Gespräch verlief jedoch weitestgehend ergebnislos“, so der Vorsitzende des Apothekerverbandes Olaf Behrendt. „Es brachte nur zutage, dass sich das Wirtschaftsministerium offenbar nicht für eine Sicherung der unverschuldet in Not geratenen Apotheken und damit für die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung in Brandenburg interessiert.“

Thema war die AvP-Insolvenz allerdings in der jüngsten Sitzung des Gesundheitsausschusses des Potsdamer Landtags am 7. Oktober. Damals sagte Ministerin Ursula Nonnemacher, es bestehe zwar „prinzipiell die Gefahr von Zahlungsunfähigkeit“ einzelner Apotheken. Es gebe jedoch bereits diverse Hilfen: So hätten Pharmagroßhändler erklärt, Zahlungen zu stunden. Eine Kasse habe eine Abschlagszahlung vorgezogen, die Apothekerkammer stunde fällige Mitgliedsbeiträge und Banken hätten den Apothekern Kredite zugesagt. „Bisher sehe ich aber keine Gefahr einer Apothekenschließung“, so Nonnemacher damals. „Es ist nicht davon auszugehen, dass eine größere Zahl von Apotheken von Schließung oder Insolvenz bedroht ist.“ (lass)

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