Bilanz 2019

AstraZeneca mit „Rückkehr ins Wachstum“

Die F&E-Anstrengungen AstraZenecas zahlen sich aus: Neue Produkte legten 2019 prozentual stark zweistellig zu und bestreiten inzwischen fast die Hälfte des Konzernumsatzes.

Von Christoph Winnat Veröffentlicht:
AstraZeneca-Produktionsbetrieb in Wuxi nahe Shanghai. Das Unternehmen beobachtet die Coronavirus-Epidemie mit Argusaugen.

AstraZeneca-Produktionsbetrieb in Wuxi nahe Shanghai. Das Unternehmen beobachtet die Coronavirus-Epidemie mit Argusaugen.

© AstraZeneca

London. Mit einem „Jahr der Rückkehr ins Wachstum“ beschrieb AstraZeneca-CEO Pascal Soriot die Geschäftsentwicklung 2019. Die Erwartungen auf bereinigter Basis wurden erfüllt, das Umsatzwachstum fiel sogar etwas besser aus, als noch zu Jahresbeginn erwartet. Der schwedisch-britische Konzern hatte lange Zeit mit Umsatzeinbußen infolge abgelaufener Patentrechte zu kämpfen. Diese Phase ist zwar immer noch nicht vorbei. Doch mittlerweile balanciere sich das Geschäft zwischen Innovationen und Altoriginalen wieder besser aus, berichtete Soriot. Im vergangenen Jahr seien erstmals seit langem bereits rund die Hälfte der Verkäufe auf das Konto sogenannter Specialty-Care-Produkte gegangen, womit Arzneimitel gegen Krebs und andere Facharztindikationen gemeint sind, bei denen es sich meist um jüngere, patentgeschützte Präparate handelt.

Mit 21 Zulassungen – sowohl ganz neuen Wirkstoffen als auch Anwendungserweiterungen –hatte die Verkaufsabteilung des Konzerns 2019 gut zu tun. Dementsprechend erhöhten sich neben den F&E-Investitionen auch die Ausgaben für Marketing und Vertrieb. Zusätzlich sorgten erodierende Lizenzgebühren für ein im Vorjahresvergleich schwächeres operatives Ergebnis.

Ein Umsatzdrittel mit Krebsmitteln

Der Umsatz verbesserte sich um zehn Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar, wobei negative Wechselkurseffekte drei Prozentpunkte Wachstum kosteten. Der Betriebsgewinn verringerte sich um 14 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Nach einem Guthaben in 2018 musste AstraZeneca zuletzt wieder Steuern zahlen, was den Überschuss (rund 1,2 Milliarden Dollar) 40 Prozent unter die Vorjahresmarke drückte. Der Gewinn je Aktie ging gleichfalls um 40 Prozent auf 1,03 Dollar zurück.

Mit Krebsmitteln wurden 8,7 Milliarden Dollar erlöst (+44 Prozent), mit Präparaten gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen 6,9 Milliarden (+3,0 Prozent) und mit Atemwegsmedikamenten 5,4 Milliarden (+10,,0 Prozent). Altoriginale steuerten 2,6 Milliarden Dollar (-24 Prozent) zum Gesamtumsatz bei.

Die aktuelle Prognose für das Geschäftsjahr 2020 – hoch einstelliges bis niedrig zweistelliges Umsatzwachstum sowie 15 bis 20 Prozent Zuwachs beim Gewinn je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen – berücksichtige schon erste ungünstige Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie in China, heißt es. Man werde die Entwicklung weiter beobachten und anlässlich der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse Ende März eine Anpassung vornehmen.

AstraZeneca 2019

  • Umsatz: 24,4 Mrd. Dollar (+10,0 %),
  • Betriebsgewinn: 2,9 Mrd. Dollar (-14 %)
  • Überschuss: 1,2 Mrd. Dollar (-40 %)
  • Top 3 Produkte: Tagrisso® (Osimertinib, Krebs) 3,2 Mrd. Dollar (+71 %) Symbicort® (Budesonid/ Formoterol, Asthma) 2,5 Mrd. Dollar (-3,0 %) Brilinta®/Brilique® (Ticagrelor, Gerinnungshemmer) 1,6 Mrd. Dollar (+20 %)
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