Steigende Energiekosten

Bayern fordert vom Bund Rettungsschirm für Gesundheit und Pflege

Am Mittwoch kommen in Hannover Bund und Länder zur Jahreskonferenz zusammen. Dabei wird es auch um die Folgen der Energiekrise gehen. Aus dem Süden werden Hilferufe für Kliniken und Praxen laut.

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Unterirdischer Heizkanal eines Krankenhauses: Vor allem Kliniken sehen sich durch die steigenden Energiepreise finanziell gefährdet.

Unterirdischer Heizkanal eines Krankenhauses: Vor allem Kliniken sehen sich durch die steigenden Energiepreise finanziell gefährdet.

© Florian Peljak / SZ Photo / picture alliance

München/Berlin. Vor der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordert Bayern vom Bund mehr Geld und Hilfen für Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen sowie Reha- und Pflegeeinrichtungen.

„Es ist wichtig, dass wir in der neuen Woche einen großen Schritt vorankommen“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Ergebnisse der Bund-Länder Konferenz Anfang Oktober seien „nicht zufriedenstellend“ und würden dem Ernst der Lage nicht gerecht. Am Mittwoch findet in Hannover die Jahreskonferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit dem Kanzler statt.

Holetschek: Auch Praxen betroffen

„Viele Krankenhäuser, Reha- und Pflegeeinrichtungen sowie medizinische Einrichtungen stehen wegen der Energiekrise und hohen Inflation vor einem finanziellen Knockout. Bevor wir am Ende zahlreiche Kliniken bildlich gesprochen reanimieren müssen, sollten wir jetzt die sichtbaren Symptome und offensichtlichen Ursachen bekämpfen und die Einrichtungen finanziell stützen“, erklärte Holetschek.

Es brauche daher „jetzt dringend“ einen Rettungsschirm, unter dem sich Krankenhäuser, Vorsorge- und Reha- sowie Pflegeeinrichtungen und weitere medizinische Einrichtungen wie niedergelassene Arztpraxen gleichermaßen versammeln könnten.

Gaspreisbremse nur ein „guter erster Schritt“

Ohne einen Rettungsschirm sei die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland gefährdet, betonte Holetschek. Die ab März geplante Gas- und Wärmepreisbremse sowie die Einmalzahlung im Dezember seien „ein guter erster Schritt. Aber die Einrichtungen benötigen zweifellos weitere Hilfe, um Insolvenzen und Leistungseinschränkungen zu verhindern.“

Insbesondere müssten neben Gas und Fernwärme auch andere Energieträger, die Strompreise und auch die Spritkosten für die Pflegedienste in den Blick genommen werden. „Es braucht einen Mechanismus, um die außerordentlichen Kostensteigerungen bei den Pflegeeinrichtungen kurzfristig aufzufangen, ohne dass die Kosten den Pflegebedürftigen zur Last fallen“, sagte Holetschek.

Die Hilfe müsse schnell und unbürokratisch erfolgen, sonst seien Insolvenzen kaum zu vermeiden, so Holetschek. Ähnlich hatte sich am Freitag auch der bayerische Landkreistag in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geäußert. (dpa)

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