Ärztemangel

Debüt in Bayern: KV übergibt Hausarztpraxis an angestellte Ärztin

Dr. Barbara Lageder führt im bayerischen Landkreis Rottal-Inn erstmals eine von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns gegründete Praxis weiter. Die KV spricht von einem landesweiten Erfolgsmodell.

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Ärztlichen Nachwuchs zu finden, ist gerade für Gemeinden auf dem Land nicht immer leicht.

Ärztlichen Nachwuchs zu finden, ist gerade für Gemeinden auf dem Land nicht immer leicht.

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Ering. Debüt in Bayern: Erstmals konnte eine hausärztliche Praxis, die bislang von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) betrieben wurde, an die dort angestellte Ärztin übergeben werden. Diese wird die Praxis jetzt mit ihrem Team in eigener Regie weiterführen. Damit habe die hausärztliche Versorgung in Ering im Landkreis Rottal-Inn und Umgebung wieder eine langfristige Perspektive, heißt es in einer Mitteilung der KV.

Die offizielle Übergabe an Dr. Barbara Lageder fand am Dienstag im Rahmen einer Feierstunde mit Vertreterinnen und Vertretern der KVB, der Gemeinde Ering sowie der örtlichen Kirche statt. Mit der Praxisübergabe in Ering ist erstmals eine KVB-Eigeneinrichtung von einer niedergelassenen Ärztin übernommen worden. „Das Projekt hat bayernweit Pilotcharakter und zeigt, wie Versorgungssicherung und Niederlassungsförderung miteinander verbunden werden können.“

Unterversorgung ist Voraussetzung

Dazu erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Christian Pfeiffer: „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist und bleibt die Gewinnung des ärztlichen Nachwuchses zum Aufbau einer eigenen oder zur Übernahme einer bestehenden Praxis. Das entwickelt sich in Zeiten zunehmenden Ärztemangels und neuen Arbeitszeitmodellen immer mehr zu einer riesigen Herausforderung für alle Beteiligten. In diesem Sinne ist die Übergabe der Praxis in Ering ein echter Erfolg und ein Beispiel dafür, dass nur gemeinsames Engagement und Durchhaltevermögen regionale Versorgungslücken tatsächlich schließen können.“

Voraussetzung für die Gründung von KVB-Eigeneinrichtungen ist die Feststellung einer Unterversorgung durch den Landesausschuss Ärzte und Krankenkassen. Wesentlicher Anhaltspunkt dafür ist im hausärztlichen Bereich ein Versorgungsgrad von unter 75 Prozent. In diesem Fall eröffnet und betreibt die KVB selbst die Praxis und stellt eine Ärztin oder einen Arzt an.

Befristetes Modell

Das Modell ist von Beginn an befristet angelegt und verfolgt das klare Ziel der Praxisübernahme – in der Regel nach rund zwei Jahren. Gemeinsam mit einem Team der KVB gestalten die angestellten Ärztinnen und Ärzte in dieser Zeit die Strukturen und Abläufe der Praxis und stimmen sich mit ihren Medizinischen Fachangestellten ab. So entstehe ein begleiteter und gut vorbereiteter Einstieg in die Selbstständigkeit.

Für die Patientinnen und Patienten vor Ort bedeutee die Übernahme Kontinuität und Planungssicherheit, so die KV. Auch die Gemeinde Ering hatte das Projekt von Beginn an unterstützt und den Übergang aktiv begleitet. Derzeit plant die KVB weitere haus- wie auch fachärztliche Eigeneinrichtungen in unterversorgten Regionen Bayerns.

Dabei zeige sich allerdings auch, wie schwierig es ist, selbst für solche Praxen, bei denen die KVB in der Aufbauphase vorübergehend das wirtschaftliche Risiko trägt, interessierte und geeignete Ärztinnen und Ärzte zu finden. Ziel bleibe es, Versorgungslücken im ambulanten Bereich zu schließen und zugleich Ärztinnen und Ärzten den Weg in die Niederlassung zu ebnen. (kaha)

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