Berufsgenossenschaft

Besuch im Wirtshaus ist keine Therapie

Ein Sturz auf dem Rückweg zur Rehaklinik nach dem Kneipenbesuch ist kein Arbeitsunfall.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Der abendliche Besuch in einem Wirtshaus während einer Reha-Kur gilt nicht als Therapiemaßnahme. Hier gehe es um privates "Genusserleben" befand kürzlich das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in Stuttgart. Es lehnte daher Unfallschutz für einen Sturz auf dem Rückweg zur Klinik ab.

Wegen einer psychischen Erkrankung war die Klägerin im Herbst 2016 für drei Wochen zur Kur in Todtmoos im Südschwarzwald. An einem Samstagabend verließ sie mit einigen Mitrehabilitanden die Rehaklinik für einen Gaststättenbesuch. Auf dem Rückweg noch sehr ins Gespräch vertieft, stolperte sie gegen 22:30 Uhr und fiel auf ihre linke Hand. Dabei brach sie sich den linken Ringfinger.

Bei der zuständigen Verwaltungs-Berufsgenossenschaft beantragte die Frau die Anerkennung des Sturzes als Arbeitsunfall. Laut Gesetz sei ihr Kuraufenthalt versichert, und ihr Arzt habe die konkrete Rehaklinik in Todtmoos empfohlen. Doch die Berufsgenossenschaft lehnte den Unfallschutz ab. Der abendliche Ausflug sei nicht ärztlich verordnet, sondern rein privater Natur gewesen.

Wie schon das Sozialgericht Stuttgart wies nun auch das LSG die Klage der Rehabilitandin ab. Zwar stünden Aktivitäten während einer von den Sozialträgern finanzierten Rehabilitations-Kur unter dem gesetzlichen Unfallschutz. "Dies gilt aber nicht für jedwede Tätigkeit während der Kur, sondern nur, wenn ein spezifischer sachlicher Zusammenhang gerade zu den durchgeführten Reha-Maßnahmen besteht", betonten die Stuttgarter Richter. Risiken während der Freizeit seien dagegen nicht umfasst. Hier habe der Gasthausbesuch nicht der Behandlung gedient. (mwo)

Landessozialgericht Baden-

Württemberg, Az.: L 8 U 3286/17

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Digitale Integration: In der elektronischen Patientenakte sollen sämtliche Befunde, Verordnungen und Behandlungsstationen eines Patienten gespeichert werden. Den mündigen Umgang damit, müssen viele erst noch lernen.

© Andrea Gaitanides / stock.adobe.com

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können