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Biotechnologie

Branche übt sich für 2017 in Sektlaune

Eine Mehrheit der Firmen will 2017 mehr Mitarbeiter einstellen sowie zusätzlich in Forschung und Entwicklung investieren.

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BERLIN. Die deutsche Biotechnologie-Branche blickt zufrieden auf das vergangene Jahr zurück: Mit frischem Kapital in Höhe von rund 505 Millionen Euro konnten die Biotech-Firmen fast an die Rekordzahlen aus dem Vorjahr anknüpfen (2015: 550 Millionen Euro). Das belegen die Ergebnisse einer Unternehmensumfrage, die der Verband der Biotechnologie-Industrie, BIO Deutschland, in Kooperation mit dem Branchenmagazin "transkript" durchgeführt hat.

Optimistisch geht die Branche auch ins neue Jahr. Eine Mehrheit der Firmen will mehr Mitarbeiter einstellen sowie zusätzlich in Forschung und Entwicklung (FuE) investieren. Zwei Drittel der befragten Unternehmer schätzen die aktuelle Geschäftslage als gut ein, 54 Prozent erwarten für 2017 zudem eine weitere Verbesserung. Damit erreiche die Umfrage ähnlich positive Werte wie im Vorjahr.

Höhere Attraktivität an der Börse

Die Attraktivität der Biotechnologie an der Börse ist laut BIO Deutschland gestiegen: Die börsennotierten Firmen hätten insgesamt 258 Millionen Euro eingeworben, fünf Prozent mehr als im Vorjahr (246 Millionen Euro). Mit der Brain AG habe zudem in Frankfurt der erste Biotech-Börsengang seit 2007 stattgefunden. Von Wagniskapitalgebern seien 216 Millionen Euro in deutsche Firmen geflossen, 17 Prozent weniger als im Rekordjahr 2015 (260 Millionen Euro).

Mit dieser Entwicklung setze sich Deutschland positiv vom europäischen Kapitalmarkt ab. Nach dem Boomjahr 2015 sei 2016 hier – zumindest an der Börse – eine deutliche Ernüchterung eingetreten. Einer Studie der Biocom AG zufolge hätten europäische Biotech-Firmen im Jahr 2016 insgesamt 3,3 Milliarden Euro über die Börse eingesammelt, nur etwa halb so viel wie 2015 (6,16 Milliarden Euro).

17 Firmen hätten als Neulinge den Sprung aufs Parkett gewagt (2015: 25), davon die überwiegende Mehrheit (14) an einem europäischen Börsenplatz. Nur drei Firmen hätten sich für die Nasdaq in den USA entschieden. Positiv sei zudem, dass sich immer mehr ausländische Investoren in Deutschlands Biotechnologie engagierten.

Lob für Pharmadialog

Wie Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland, bilanziert, habe der Pharmadialog, in dem seine Organisation aktiv mitgewirkt habe, einige für die Branche positive Ergebnisse hervorgebracht.

Ebenso sei die Neuregelung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften ein erfreuliches Signal für die innovativen kleinen und mittleren Unternehmen und ihre Investoren gewesen. "Wir hoffen, auch mit Blick auf die nächste Legislaturperiode, auf ein Anhalten dieser Entwicklung. Nur so kann auch langfristig sichergestellt werden, dass Deutschland ein Innovationsmotor bleibt", mahnt Heinrich. (maw)

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