Charité hält auch im laufenden Jahr am Sparkurs fest

Unterm Strich war das Minus, mit dem die Berliner Uniklinik Charité das Jahr 2010 abschloss, etwas geringer als erwartet. In diesem Jahr will das Klinikum sogar eine schwarze Null schaffen.

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BERLIN (ami). Die Berliner Uniklinik Charité hat ihre Ergebniserwartungen für 2010 übertroffen. Statt des kalkulierten Minus von knapp 20 Millionen Euro schrieb die größte Uniklinik Europas ein Defizit von 17,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von gut einer Milliarde Euro.

Im Vergleich zu 2009 hat die Charité ihr Ergebnis nach eigenen Angaben um 58 Millionen Euro verbessert. Mehr Effizienz in der Krankenversorgung trug nach Vorstandsangaben wesentlich dazu bei.

Aufsichtsrats-Chef und Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner würdigte die finanzielle Leistung des Unternehmens. "Der Vorstand beweist damit erneut, dass er für das Land auch in wirtschaftlichen Fragen ein verlässlicher Partner ist", sagte er nach der Aufsichtsratssitzung.

Der Aufsichtsrat hat zudem den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr 2011 verabschiedet. Er sieht eine schwarze Null und damit erneute Einsparungen vor.

Ein noch besseres Ergebnis will die Charité unter anderem erreichen, indem sie weitere Flächen abseits der drei klinischen Hauptstandorte veräußert und enger mit dem landeseigenen Klinikkonzern Vivantes zusammenarbeitet, wie es der Senat fordert. Im Gespräch ist ein gemeinsamer Einkauf der beiden Großkliniken, aber auch eine gemeinsam betriebene Strahlenklinik.

Um weiteren Personalabbau kommt die Charité ebenfalls nicht umhin. 300 Stellen wurden 2010 bereits abgebaut, mindestens 200 sollen es 2011 sein. Trotz der geplanten Einsparungen bleiben die Personalkosten des Klinikums mit 13.000 Mitarbeitern vorerst schwer kalkulierbar.

Denn die Gewerkschaft ver.di fordert ein kräftiges Plus für die Pflegekräfte. Sie hat für Mitte März bereits mit Warnstreiks gedroht, da die Gehaltsverhandlungen stocken. Auch die Aufsichtsratssitzung wurde mit Protesten begleitet.

Ruhe hat die Charité dagegen vorerst im Bereich Forschung und Lehre. Ein neuer Vertrag über den Landeszuschuss für Lehre und Forschung gibt Planungssicherheit und eine Zuwachsperspektive um immerhin 18 Millionen Euro bis 2013.

Gleichzeitig verweist das Unternehmen für 2010 auf einen Anstieg der Drittmittel um rund 15 Prozent und auf ein ausgeglichenes Ergebnis der Fakultät trotz Absenkung des Zuschusses.

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