Gewebespende

DGFG wirbt für Spenden von Herzklappen und Blutgefäßen

Fast jeder Verstorbene könnte Gewebe spenden, so die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation. Bedarf bestehe besonders bei kardiovaskulärem Gewebe.

Veröffentlicht: 25.08.2020, 15:59 Uhr

Hannover. Mehr als 3000 Menschen beziehungsweise deren Angehörige haben 2019 einer Gewebespende zugestimmt. Das geht aus einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) zu ihrem Jahresrückblick hervor. Damit konnten 2754 Gewebespenden realisiert werden, was einem Anstieg um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Bundesweit vermittelte die DGFG insgesamt 5827 Gewebetransplantate.

„Wir sind sehr dankbar, dass Krankenhäuser zunehmend die Gewebespende und damit eine Versorgung der Patienten ermöglichen“, so Martin Borgel, Geschäftsführer der DGFG. Jedes Transplantat bedeute die Chance auf einen Neuanfang, denn Hornhauttransplantate könnten klare Sicht schenken, Herzklappen die Leistungsfähigkeit wieder herstellen und Gefäßtransplantate vor Amputationen bewahren.

Spenden von Herzklappen und Blutgefäßen oft lebensnotwendig

Die DGFG macht besonders auf die Spenden von kardiovaskulärem Gewebe aufmerksam. Schätzungen zufolge würden jährlich jeweils etwa 500 Herzklappen und Blutgefäße benötigt. Da die Organspende auf niedrigem Niveau stagniere, konnte die DGFG 2019 allerdings lediglich 171 Herzklappen und 115 Gefäße zur Transplantation vermitteln.

Insbesondere wenn sich eine künstliche Herzklappe oder Gefäßprothese entzünde, könne die Transplantation von humanem Spendergewebe lebensnotwendig sein, da eine infizierte Prothese aus Kunststoff nicht einfach durch eine neue Kunststoffprothese ersetzbar sei, beschreibt die DGFG die Hintergründe.

Die Gesellschaft intensiviere daher die Programme zur Spende von Herzklappen und Blutgefäßen bei Herz-Kreislauf-Verstorbenen. Der irreversible Hirntod spiele hierbei keine Rolle, Herzklappen und Gefäße könnten noch bis zu 36 Stunden nach Todeseintritt entnommen werden.

Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Sie vermittelt die Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Auf Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Prozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. (syc)

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